Retro 2.0

Retro, Retro in der Hand, machst du mich zum glücklichsten Spieler im ganzen Land? Devolver Digital und das junge Entwicklerstudio Sabotage Studios haben mit The Messenger ein ganz besonderes Spiel voller Glückseligkeit für Retro- und Oldschool-Fans geschaffen. Das erste Spiel des Studios zeichnet sich vor allem durch eines aus: Der absoluten Liebe zu alten Klassikern wie Ninja Gaiden oder vergleichbaren 8- oder 16-bit Plattformern.
Kurz und bündig
Die Story ist mit wenigen Worten erklärt: Weltuntergang, Ninjas, Dämonen, Zeitreisen. Keine neue und herausragende Hintergrundgeschichte, aber für diese Art von Spiel absolut passend. Wodurch wird The Messenger aber nicht nur zu einem guten Spiel, sondern zu einem absolutem Indie Hit den man nicht links liegen lassen sollte? The Messenger bietet mehr Tiefgang als der klassische Plattformer anno 1987! Der Hauptcharakter kann über gefundene Kristalle einige Upgrades erstehen, die allesamt sehr durchdacht sind und das Leben in der von Dämonen verseuchten Welt einfacher gestalten. Ein zusätzlicher HP-Punkt? Awesome. Energieshurikens? More awesome! Von Bits und Schwertern
Zunächst ist da die unglaublich fantastische Aufmachung. Retro ist nicht unbedingt Retro. Aber The Messenger schafft es sowohl visuell, als auch von der Musik her mich in eine Zeit zurückzuversetzen, in der ich jung und unerfahren war. Während man am Anfang im 8-Bit Grafikstil unterwegs ist und dank eines treibenden 8-Bit Soundtracks durch die kurzen, aber sehr gut designten Level gepeitscht wird, wechselt der Stil im späteren Spielverlauf auf den 16-Bit Grafiklook, welches vor allem durch die Story begründet wird. Um Spoiler zu vermeiden wiederhole ich nur: Weltuntergang, Ninjas, Dämonen, Zeitreisen. Womit wir auch kurz auf die Waffen zu sprechen kommen. Es gibt das Schwert und die Shurikens. Punkt. Einfach, aber effektiv. Es ist nicht alles Gold was glänzt
Mit unserem überschaubaren Arsenal können wir die Gegner umhauen, welche sich leider nur durch eine geringe Vielfalt auszeichnen. Trotzdem erfüllen die ihren Zweck. Weiterhin gibt es einige spannend designte Bosskämpfe, welche sich im Spielverlauf schwerer gestalten und jede erlernte Technik erforderlich machen. Es ist nicht ein einfaches Hau-den-Boss, sondern teilweise taktische Herangehensweise gefragt. Diese Bossfights sind auch eine der herausragendsten Merkmale, die The Messenger hat. Sie sind kreativ, fordernd und mit einer gehörigen Portion Komik versehen. Ich habe mich mehrmals dabei erwischt, wie ich nach einem Bosskampf herzhaft lachen musste. Damit kommen wir allerdings zu einem weiteren Problem von The Messenger: Die Bosskämpfe nehmen ab der Hälfte der Spielzeit massiv ab. Ebenfalls ist The Messenger aufgrund seiner minimalistischen Veranlagung von Backtracking betroffen. Bereiche, die wir schon einmal erkundet haben, müssen erneut durchlaufen werden. Diese bieten aufgrund der neuen Ausrüstung aber alternative Routen. Deswegen empfand ich diese Art von Backtracking als nur wenig problematisch. Das Spielen von The Messenger ist weiterhin nur mit dem Controller zu empfehlen. Die Steuerung über Tastatur ist leider wenig intuitiv.

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