Lootboxen meets NBA

Es fliegen wieder Bälle! Und zwar aus dem Hause EA. Deren Sportabteilung bringt uns nämlich NBA Live 19 und Sportfans wissen bereits, um was es geht: Basketball! Spielen wir uns dribbelnd zum Sieg? Werden wir zum Dunkkönig einer neuen Generation? Oder lassen wir uns jeden Ball abnehmen? Na, wollen wir doch mal schauen!
There can be only one
Um genauer zu sein sogar The One! Also, der Eine. Zu Beginn erstellen wir uns unseren ganz eigenen Spieler (oder Spielerin!) und starten in die große, weite Welt des Ballsports. Von den kleinen Straßenplätzen auf die Bretter, die die Sportwelt bedeuten, ist es ein weiter Weg. Aber einer, den wir schaffen können! Eine wirkliche Geschichte ist das nicht, sondern eher unser Anreiz, immer besser zu werden, immer mehr zu erreichen. Wenn große NBA-Stars uns herausfordern, müssen wir natürlich reagieren. Einerseits mit den obligatorischen Social Media-Textnachrichten, andererseits mit einer großartigen Performance im Court. So spielen wir uns als The One in die Herzen von Fans, Kommentatoren und Gegenspielern gleichermaßen. Eine wirkliche Handlung gibt es dabei eben nicht. NBA Live 19 erzählt uns vielmehr die Erfolgsstory eines frischen Talents.
Dribble, dive, dunk
Damit wir auch erfolgreich vom Platz gehen, müssen wir erstmal das Handwerk erlernen. Bei der Charaktererstellung wählen wir unseren Spielstil und einen Vorbildspieler aus. Sammeln wir dann Erfahrung mit unserem Ballprofi, können wir unsere Fähigkeiten verbessern, zum Beispiel genauere Würfe aus der Distanz oder aus dem Dribbeln heraus. Mit unseren Fähigkeiten wachsen dann die Herausforderungen, wenn wir gegen immer größere Namen antreten und auf immer prestigeträchtigeren Plätzen spielen. Als Belohnung bekommen wir dann auch im Singleplayer schon Lootboxen, die uns neue Spieler für unsere Aufstellung und frische Wäsche für unseren Kleiderschrank bescheren.
Was das Reportoire an Spielzügen angeht, liefert NBA Live 19 alles, was das Herz begehrt. Wie man den Korb des Gegners erobert bleibt einem selbst überlassen. Legt man sein Spiel auf das fixe Passen und Positionieren von Spielern aus? Weite Würfe von der Mittellinie? Oder aggressives Pushen zum Korb? Gewinnt, wie ihr wollt! Abseits der Story können wir im Franchise-Modes die Kontrolle über ein etabliertes Team der NBA übernehmen und uns Woche für Woche an die Spitze der Liga spielen. Wer dann mal genug davon hat, den Basketball-Olymp im Singleplayer anzustreben, kann sich dem Multiplayer widmen. Mit anderen Spielern zusammen stellen wir uns beispielsweise im Coop einem KI-Team, damit wir am Ende mit Belohnungen in Form von mehr Lootboxen nach Hause gehen können. Oder wir steigen in die Court Battles ein. Hierfür entwerfen wir zunächst einmal unseren eigenen Basketballplatz, der dann auch fix mit einem verteidigenden Team ausgestattet wird. Fortan können wir hinaus in die Welt ziehen, um die Heimplätze anderer Spieler zu erobern und so Belohnungen und Erfahrung abzustauben. Der Clou: Wir statten unseren Platz mit eigenen Regeln aus, die angreifenden Spielern neue Herausforderungen auferlegen. Vielleicht zählen ja nur Dunks, um zu punkten! Oder jeder verfehlte Korbwurf erhöht die Belohnung für den nächsten erfolgreichen!
Natürlich darf auch der Ultimate Team-Modus nicht fehlen. Hier stellen wir uns, unterstützt von optionalen Echtgeld-Lootboxen, unser eigenes Traumteam aus NBA-Spielern zusammen und treten gegen die Teams anderer Spieler an.
Lootboxen? Schon wieder?
Ein kleines Handicap ist es dann halt, wenn man nicht schon vorher einiges über Basketball weiß. Dann muss man sich durch ein eher zähes Tutorial spielen und eben noch viel per Trial and Error ausarbeiten. Atmosphärisch schafft man es aber wie gewohnt, uns in Stimmung zu bringen. Das liegt zum einen an einem verdammt guten Soundtrack, zum anderen an den ganzen Teams und Spielern, die NBA Live 19 seriengewohnt mit sich bringt. Trotzdem stören uns viele andere Punkte. Wie die gelegentlich steifen Animationen der Spieler, die wohl an der insgesamt eher mittelmäßigen grafischen Leistung liegen. Wir beobachten viele kleine Macken, wie Spieler, die beim Jubeln einfach durch ihre Kollegen hindurchlaufen. Zwar hat man sich seit dem Vorgänger verbessert, perfekt ist es allerdings noch nicht. Eine Synchronisation, wie für die Kommentatoren im Franchise-Mode, gibt es nur auf Englisch, Texte sind aber alle ins Deutsche übersetzt.
Und dann sind da noch die Lootboxen. Inzwischen sind sie so gewohnt in EA-Spielen und trotzdem wollen wir sie immer wieder erwähnen. Vom Singleplayer bis zu den Multiplayer-Modi, überall erwarten uns Lootboxen. Manchmal kriegen wir die einfach als Belohnung für Meilensteine, manchmal kaufen wir sie für Ingame-Währung... Oder, im Falle vom Ultimate Team, auch mit Echtgeld. Das größte Echtgeld-zu-Ingame-Währung-Paket schlägt mit guten 100 Euro zu Buche. „Krass“ ist dafür noch untertrieben! Das alles wird mit einer wirklich ungelenken und unübersichtlichen Menüführung und viel zu vielen Ladezeiten gekrönt. Ein schwaches Finish.

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