Hoffnung für die Sekte?

Ubisoft hat sich nach dem letzten Far Cry Abenteuer „Primal“ eine kleine Auszeit gegönnt. Fast pünktlich zum Frühlingsstart gibt es nun Far Cry 5, in dem man den Kampf gegen eine brutale Sekte in den USA aufnimmt. Das macht dank einiger Serienänderungen zwar Spaß, dennoch verschenkt der Shooter viel Potenzial.
USA + Religion + Sekte = Perfektes Marketing
Bereits wenige Minuten nach der ersten Präsentation von Far Cry 5 gab es einen großen Aufschrei. Warum? Nun, Publisher und Entwickler Ubisoft hat sich an ein sehr pikantes Thema herangetraut (zumindest in den USA): Religion. Doch worum geht es genau in FC 5? Man ist ein namenloser Polizei-Rookie, der sich mit der Church of Edens Gate anlegt. Deren Anführer ist ein gewisser Joseph Seed. Welche Art von Glauben der Kerl predigt, erfährt man nicht so genau. Allerdings deuten Kreuze und ähnliche Details einen christlichen Hintergrund an. Was aber viel wichtiger ist: Seed hat zusammen mit drei Geschwistern ein fiktives Gebiet namens Hope County, welches stark an den US-Bundesstaat Montana erinnert, unter seine Kontrolle gebracht hat. Die Familie hat so etwas wie das Gegenstück des Islamischen Staates errichtet: Es gibt Leichenberge mit Ungläubigen, Widerstandskämpfer werden eingesperrt und gefoltert. In der spannenden Intro-Mission muss man Seed zusammen mit einem Sheriff und einem US-Marshal verhaften, aber das klappt natürlich nicht. Also muss man die Sache selbst in die Hand nehmen. Gewohntes und Verbessertes
Der neuste Far Cry Ableger ist ein Mix aus Far Cry 4 und Ghost Recon: Wildlands geworden. Das Spiel bietet nach wie vor eine offene Spielwelt, die in drei große Areale unterteilt wird. Jedes Gebiet wird von einem Geschwisterteil kontrolliert. Damit die Einwohner von Hope County wieder an ihr Hab und Gut kommen, muss man Haupt- und Nebenaufträge erfolgreich abschließen.
Die Einsätze sind weniger generisch als im Vorgänger, aber bei Weitem nicht so aufwendig in Geschichten eingepackt wie in Assassins's Creed Origins - bis auf wenige Storymissionen. Die Besetzung von Funktürmen, um neue Gebiete auf der Übersichtskarte aufzudecken, ist übrigens nicht mehr nötig. Stattdessen entfernt man den Sichtnebel einfach durch den allgemeinen Fortschritt, sowie durch das Finden von Landkarten. Die meiste Zeit über wird man, Shooter-typisch, auf Sektenmitglieder ballern. Die „Standardgegner“ stellen dabei keine große Herausforderung dar, was auch an der recht schwachen KI liegt. Für Abwechslung und größere Herausforderung sorgen Elitekämpfer oder solche mit Flammenwerfer, vor allem aber durch Drogen aufgeputschte Extremisten. Die sind von einem grünen Nebel umhüllt und verhalten sich wie Zombies. Sie haben unkalkulierbare Laufwege, vor allem aber stehen sie auch nach vielen eingesteckten Treffern noch mal auf und greifen an. Eine weitere Besonderheit sind Gegner, die sich vor den Augen verwandeln, etwa in einen Dachs. Das hängt auch irgendwie mit den Drogenexperimenten der Sekte zusammen, im Detail wird es nicht erklärt. Der Schwierigkeitsgrad ist übrigens trotz immer wieder aus dem Nichts herbeiteleportierter Feinde eher niedrig. Wenn man möchte, kann man sich durch recht effektiv kämpfende KI-Begleiter wiederbeleben lassen, statt zum Savegame zu greifen. Die legt das Programm automatisch an, außerdem kann man den Spielstand selbst aktualisieren - auf nur einem Speicherstand, etwa beim Verlassen des Programms.
Die Gesamtspielzeit beläuft sich auf knapp 25 bis 30 Stunden.
Unser Testvideo zu Far Cry 5

Kommentar schreiben