Einsteigerteleskope werden Dir meist als ein fertig zusammengestelltes Set angeboten, damit Du in kürzester Zeit mit dem Beobachten von Himmelskörpern anfangen kannst. Es besteht in der Regel aus dem Teleskop, der Montierung, Stativ und erstem Zubehör, wie verschiedenen Okularen. Der Aufbau ist in wenigen Minuten erledigt und die Bedienungsanleitung ist leicht verständlich.
Ein Teleskop für Einsteiger kannst Du schon für unter 100 € erwerben – Teleskope für Fortgeschrittene kosten oft mehrere Hundert Euro oder je nach Anspruch auch deutlich mehr. Geeignet für Anfänger sind beide Teleskoparten: Refraktoren (Linsenteleskope) genauso wie Reflektoren (Spiegelteleskope). Mit Instrumenten im niedrigsten Preisbereich siehst Du den Mond und viele Planeten unseres Sonnensystems, weniger jedoch die Nebel und Galaxien. Die Astrofotografie ist mit diesen Teleskopen nicht möglich.
Bei der Beobachtung solltest Du nicht den Anblick der Planeten in einer Qualität wie auf Fotos von Weltraumteleskopen erwarten. Vielmehr sieht man zum Beispiel unsere Planeten als kleinere oder größere Scheiben und je nach Qualität und Leistung des Teleskops und des Zubehörs mit mehr oder weniger Details. Auch sind die Farben nicht so kräftig, wie bei Fotos aus so manchem Weltraumbuch.
Worauf muss ich achten?
Im untersten Preissegment gibt es ab und zu Teleskope, die mehr Frust als Lust auf die Amateurastronomie wecken. Kaufe besser kein Teleskop für Einsteiger, bei denen bestimmte Standards fehlen wie auswechselbare Okulare oder das Suchfernrohr. Wichtig ist, dass der Okularauszug das weitverbreitete Steckmaß von 1,25" aufnehmen kann. So hast Du genügend Auswahl bei weiteren Zubehörteilen wie Okularen, Umkehrlinsen, Barlowlinsen oder Filtern unterschiedlichster Firmen. Zudem kann es sich sehr lohnen, billige Zubehörteile in einem Teleskop-Komplettset durch Artikel besserer Qualität zu ersetzen. Achte beim Stativ auf ein sehr stabiles und robustes Gestell, um Verwackelungen zu vermeiden.
Grob gesagt gilt, je größer die Öffnung ist, desto mehr Licht kann das Teleskop sammeln und desto besser und detailreicher ist das Bild. Bei der Vergrößerung ist maximal das 2-fache des Durchmessers der Öffnung in Millimetern sinnvoll. Aufgrund einer aufwendigeren Handhabung sind Teleskope ab einer Öffnung von 305 Millimetern eher für fortgeschrittene Amateurastronomen geeignet.
Drei Tipps für Einsteiger-Teleskope
1. Linsenteleskop mit 70 mm Öffnung und 700 mm Brennweite (unter 100 €)
Wichtigste Merkmale: achromatische Objektive, äquatoriale bzw. parallaktische Montierung, Standardsteckmaß von 1,25" und als Zubehör meist drei unterschiedliche Okulare sowie Zenitspiegel und Mondfilter.
Der Vorteil dieses Teleskops liegt in seiner kleinen Größe und der leichten Handhabung. Durch die niedrige Position des Okulars sind Linsenteleskope gut für Kinder geeignet. Der Mond und die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn lassen sich gut beobachten.
2. Newton Spiegelteleskop mit 114 mm Öffnung und 900 mm Brennweite (unter 200 €)
Wichtigste Merkmale: äquatoriale bzw. parallaktische Montierung und als Zubehör meist drei unterschiedliche Okulare sowie ein Mondfilter.
Dieses Spiegelteleskop ist ein Klassiker unter den Einsteigerteleskopen. Der Einblick erfolgt über das obere Tubusende und ist für den Einsteiger eher ungewohnt. Mit seiner relativ großen Öffnung sammelt das Teleskop genug Licht für folgende Beobachtungen. Details der Himmelskörper Mond, Venus, Saturn, Jupiter, Mars und Merkur sind deutlich besser zu erkennen, als mit dem zuvor beschriebenen 70 mmm Linsenteleskop. Auch helle Galaxien, Sternhaufen und Nebel kannst Du bei starker Dunkelheit gut sehen.
3. Dobson Teleskop mit 150 mm Öffnung und 1200 mm Brennweite (unter 300 €)
Wichtigste Merkmale: leichte Bedienung, leistungsstark und als Zubehör meist ein bis drei unterschiedliche Okulare in guter Qualität.
Das Newton-Spiegelteleskop ist unkompliziert und selbsterklärend zu bedienen. Durch die günstige Montierung in einer “Rockerbox” sind im Dobson gemessen an seiner Preisklasse sehr gute optische Elemente verbaut. Mit diesem Teleskop siehst Du nicht nur viele Details auf der Mondoberfläche, sondern auch auf dem Mars oder Jupiter. Auch Neptun und Uranus kannst Du als kleine Punkte im Okular beobachten.

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