C-Trash geht immer weiter

Kaum erobern wir die Weiten des Weltalls, zack, schon schlagen die Weiten des Alls gegen uns zurück! Eigentlich ist Earth Defense Force 5, von Entwickler Sandlot, bereits 2017 released worden. Allerdings nur in Japan! Seit ein paar Tagen dürfen sich nun auch europäische und amerikanische Spieler um die Verteidigung der Erde verdient machen.
Zwangsrekrutiert
Wie schwierig kann es sein, den Vekehr am offenen Tag einer Militärbasis zu regeln? Müsste ja ein Klacks sein. Wären da nicht haushohe Ameisen, die plötzlich den Typen fressen, der uns eigentlich nur einweisen sollte. Was als merkwürdige Begegnung der insektilen Art beginnt, entpuppt sich für uns rasch als ausgewachsener Angriff auf alle größeren Städte der Erde. Da wir bereits auf einer Militärbasis sind, werden wir kurzhand von einem Trupp Soldaten bewaffnet, der uns vor dem gleichen Schicksal bewahrt wie unser Einweiser. Mit einer Waffe in der Hand stellen wir uns also der Flut an merkwürdigen Rieseninsekten, fliegenden Untertassen und anderen Monstrositäten. Wer sollte die Welt schließlich retten, wenn nicht wir? Schließlich sind wir einfach nur ein Zivilist, der nicht gefressen werden will. Simpel. Aber hey, das ist ja nur der Beginn. Wir werden's euch nicht spoilern! 110 Missionen erwarten mutige Erdverteidiger, aber kommen wir doch mal zur Sache – was tun wir eigentlich die ganze Zeit über? Learning by doing
Wir finden uns eigentlich schnell in unsere Rolle als Insektenvernichter ein. Denn mehr als ein paar Kugeln vertragen selbst gigantische Ameisen nicht, bevor sie ziemlich matschig das Zeitliche segnen. Vier verschiedene Klassen können für unseren Terminatorjob nutzen. Da wären die vielseitigen Ranger, fliegende Wing Suits, Artillerie-rufenden Air Raider und Exosuit-unterstützte Fencer. Jeder Soldat führt ein anderes Set an Waffen in den Kampf und wir dürfen auch den letzten Feinschliff durchführen. Nicht wirklich in Form von optischer Customization, sondern durch die Waffenauswahl. Nach jedem Level werden mir mit mehr oder aufgerüsteter Ausrüstung belohnt, damit es den fiesen Außerirdischen beim nächsten Mal noch schneller an den Kragen geht. Kugeln, Explosionen und Nahkampfwaffen, für nichts sind wir uns zu schade. So unendlich wie unser Munitionsvorrat scheint auch die Flut an Gegnern. Ernsthaft. Ob in Felsschluchten, Vorstädten oder urbanen Dschungeln, Welle um Welle läuft gegen unsere waffenstarrende Entschlossenheit an. Die oft zerstörbare Umgebung sieht dabei nicht unbedingt gut aus, auch die Modelle von Verbündeten und Feinden sind weit entfernt von High End Grafik. Stattdessen treibt die schiere Menge an Gegnern unsere Playstation 4 zu Höchstleistungen an. Aber hey, auch wenn die grafischen Elemente von Earth Defense Force 5 alleine für sich nicht überwältigend aussehen: Das Gesamtpaket, mit einem wuselnden, sich windenden Horizont voller Kreaturen, die uns alle nach dem Leben trachten... DAS sieht dann eben verdammt gut aus. Dazu gehört eben auch die Weitläufigkeit vieler Level. Zum Glück stehen uns die ein oder anderen waffenbewehrten Fahrzeuge zur Verfügung. Die Mission scheint also klar. Möglichst viele Waffen sorgen für einen möglichst hohen Killcount. Naja, fast. Denn in späteren Leveln erwarten uns größere Gegner, bis hin zu klassischen, Godzilla-artigen Monstern. Eine einzige Standardbewaffnung stößt schnell an ihre Grenzen. Am besten experimentieren wir also etwas herum und passen unsere Bewaffnung passend für jede Mission an. Schließlich steht uns genug zur Auswahl. Und dann springen wir in den Multiplayer! Mit bis zu drei anderen EDFlern bringen wir dann im Coop die Vernichtung. Aus eher schlicht agierenden NPCs werden (hoffentlich) mitdenkende Spieler. Am besten rettet sich die Erde doch gemeinsam!
Die volle Packung C-Movie
Deutsche Vertonung? Fehlanzeige. Das gesamte Spiel ist auf Englisch, Text und Ton. Bis zu einem gewissen Grad ist das sogar gut. Earth Defense Force 5 reitet auf einer ganz bestimmten Welle, und zwar der billiger, amerikanischer Actionfilme. Unsere Verbündeten sind knallharte, abgebrühte Veteranen, die mit Onelinern und überzogenen Dialogen an die Arbeit gehen. Overreaction heißt das Sprichwort, denn trotz all den blutigen Kills und den welterschütternden Ereignissen, man nimmt sich hier selten ernst. Turmhohe Froschmenschen, die verlorene Gliedmaßen einfach wieder regenerieren und dafür sorgen, dass unsere Vorgesetzten völlig aus dem Häuschen sind? Das ist nur eine der Verrücktheiten! Wir müssen uns aber trotzdem daran erinnern, dass wir in über 100 Missionen eigentlich nur eines tun: Wellen an Wellen an Gegnern vernichten. Eine unglaublich ausgefallene Story? Nicht unbedingt. Die Masse an Feinden, die uns das ein oder andere „Wow...“ entlockt, sorgt manchmal sogar für Framedrops. In den schlimmsten Momenten verlieren wir dann komplett die Übersicht und drücken eigentlich nur noch blind die Feuer-Taste. Ohnehin mag das Spiel es scheinbar, uns die Kamerakontrolle aus der Hand zu nehmen. Und auch um den ein oder anderen Bug (Ha!) kommt man hier nicht herum. Mehr als einmal waren wir gezwungen, schier unerklimmbare Steilwände zu besteigen, weil der letzte Gegner der Mission sich weigert, in den normalen Missionsbereich zu krabbeln. Aber wir holen uns unseren Bugkill, früher oder später...

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