Shooter-Feuerwerk

2016 zeigte Entwicklerteam id Software eindrucksvoll, wie sich ein Doom-Remake spielen muss: Schnell, präzise und sehr actionreich. Kein Wunder also, dass das 2016er-Doom Fans und Kritiker gleichermaßen überzeugen konnte. Vier Jahre später wird nun der zweite Teil neuaufgelegt. Ob uns erneut ein spektakuläres Action-Highlight erwartet?
Durchladen, ballern und hüpfen
Doom Eternal schließt nahtlos an die Geschehnisse der ersten Neuauflage an: Man schlüpft erneut in die Rolle des Doomguy, der die von Dämonen überrannte Erde retten muss. Im Vergleich zum Vorgänger bieten die zahlreichen Level deutlich mehr Abwechslung. Während der knapp 13 Stunden langen Kampagne reist man auf eisige Welten, kämpft sich durch einen grünen Dschungel und metzelt auf der Erde massig Gegner nieder. Die Locations sind einmal mehr sehr detailliert und optisch interessant. Dabei büßt Eternal etwas von der Klaustrophobie und Düsternis des Mars-Settings ein. Für mehr Freiheit bzw. Platz sorgen die zahlreichen Sprungeinlagen im Spiel, welche man mit gemischten Gefühlen sehen darf: Mal sind sie interessant gestaltet, wenn man etwa im Flug noch auf einen Knopf schießen muss, um die Wand vor einem zu öffnen. Ein anderes Mal sind sie einfach frustrierend schwer. Die Ballereinlagen im neusten Doom-Ableger sind erneut exzellent in Szene gesetzt: Man springt, schießt und schneidet sich mit der Kettensäge durch Zombies, Monster und Dämonen. Mit etwas Übung entsteht ein wahrer „Killing-Flow“, der nicht mit Blut und Gewalt geizt. Bei der ganzen Action sollte man stets seine Munition, Gesundheit und Rüstung im Auge behalten. Der muskulöse Doom-Marine bewegt sich in Doom Eternal dabei langsamer als zuvor, kann dafür am Boden und in der Luft auf Knopfdruck ausweichen. Das wird auch in Sprungpassagen oft gebraucht.
Ein Festmahl für die Schrotflinte
Jeder Gegner hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Ein fliegender Cacodemon ist etwa betäubt, wenn man ihm eine Granate ins Maul schießt. Einem fetten Mancubus kann man die Waffen abschießen, sodass er fast wehrlos ist. Größere Gegner haben zudem eine Art Schadensmodell. Wenn man etwa lang genug auf einen anstürmenden Hell Knight ballert, dann fallen seine Körperteile ab. Bei der Bewaffnung gibt es gewohnte Kost: Schrotflinte, Sturmgewehr, Minigun und BFG sind wieder mit von der Partie. Auch kann man wieder zwei Waffenaufsätze für jeden Schießprügel freischalten, die überall in der Spielwelt verteilt sind. Die verschiedenen Aufsätze geben den einzelnen Waffen noch einmal eine taktische Note. Man kann sich etwa mit der doppelläufigen Super-Shotgun an Gegner heranziehen, indem man einen Enterhaken verschießt. Übrigens ist die Kettensäge nun keine separate Waffe mehr, sondern ein alternativer Nahkampfangriff. Munition bringt sie noch immer. Die Entwickler haben die Spielwelt mit Sammelbaren vollgestopft. Fast im Minutentakt findet man Geheimnisse, Stoffpuppen und vor allem sehr viele Upgrades. Die werden schnell unübersichtlich: So sammelt man Marken für Waffenmods, deren Verbesserungen, Anzugupgrades und Runen. Die Upgrades muss man dann in einem recht verschachtelten Menü auswählen. Für hartgesottene Doom-Slayer bietet das Spiel zudem diverse Herausforderungen, die man im Verlauf der Kampagne freischaltet. Hier kämpft man gegen eine festgelegte Anzahl an Feinden und hat ein Zeitlimit, Munitionslimit oder Lebenspunktelimit. Die Scharmützel sind eine interessante Abwechslung zum herkömmlichen Gameplay.
Unser Testvideo zu Doom Eternal


1 vs. 2
Falls der üppige Singleplayerabschnitt von Doom Eternal nicht ausreichen sollte, kann man im neuen Battle Mode auch in den Multiplayer wechseln. Der bietet aber nicht die Standard-Modi wie Deathmatch oder Capture the Flag, sondern versucht sich an einem interessanten Experiment: asymmetrische Matches. Im Battle Mode tritt nämlich immer ein Slayer gegen zwei von Spielern gesteuerte Dämonen an. Die Dämonen gewinnen, wenn sie den Slayer töten und der Slayer gewinnt, wenn er beide Dämonen tötet. Allerdings muss sich der Slayer beeilen, denn nach dem Tod spawnen die Dämonen erneut. Beide Gegner müssen in einem Zeitfenster von 20 Sekunden besiegt werden. Zur Auswahl stehen dabei fünf verschiedene Dämonen, die jeweils mit einem Move-Set und Spezialfertigkeiten aufwarten. Der Marauder agiert offensiv und kann seine Axt werfen, während der Archvile eher defensiv eingestellt ist und seine lästigen Feuerwände hochzieht. Der Clou an der Sache ist aber, dass Battle Mode-Matches keine reinen Dreier-Kämpfe sind.
So wie der Slayer wie im Hauptspiele seine Lebens-, Munitions- und Schild-Ressourcen managen muss, können die Dämonen selbst niedere Dämonen beschwören und dem Slayer auf den Hals hetzen. Auf Knopfdruck kann der Slayer auch zeitweise daran gehindert werden, Heil-Drops oder Munition aufzusammeln. Taktik und Strategie sind also auf beiden Seiten gefordert.
Technik
Der hauseigene Grafikmotor (id Tech 7 Engine) ist nicht nur perfekt optimiert, sondern sorgt auch für bildschirmfüllende Partikeleffekte und Explosionen. Darüber hinaus punktet die Engine mit kurzen Ladezeiten, schicken Levels und fantastisch animierten Gegnern. Ein paar optisch eher langweilige Gänge und graue Innenräume fallen da kaum ins Gewicht. Ein Chor, der sich aus den echten Sängern verschiedener Metalbands zusammensetzt, sorgt für die angemessene Atmosphäre. Doom Eternal erscheint am 20. März 2020 für Windows-PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch. Auch für Googles Cloud-Gaming-Diebst Stadia soll es das Spiel geben. Durch die hohe Gewaltdarstellung ist das Spiel von der USK ab 18 Jahren freigegeben. Das Spiel kostet 44 Euro.

1 Kommentar

Waldi (Website) um 05.05.2020 - 11:24

Doom Eternal ist laut, dreist, höllisch gewalttätig und 100% Unterhaltung. Es ist vielleicht nicht das perfekte Videospiel, aber es ist absolut das perfekte Doom-Spiel. Ich kann das Game jeden empfehlen, der auf richtige Action steht.

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