Verdammt öde im Weltraum

Enge Gänge, bellende Waffen und riesige Scharen an Gegnern. Im neuesten Spiel des Warhammer 40.000 Franchises, „Space Hulk: Deathwing“, schlüpfen wir in unsere Terminatorrüstung und stellen uns im titelgebenden Space Hulk zahllosen Genestealern. Nachdem wir uns das Spektakel angeschaut haben, lest ihr in unserem Test, warum die Entwickler „Streum On Studio“ sich ruhig noch etwas Zeit hätten nehmen sollen. In den dunklen Gängen...
… des 41. Jahrtausends gibt es nur Krieg. Zumindest wenn wir an Bord eines Space Hulks gelangen. Was das ist? Im Grunde ist ein Space Hulk eine riesige Sammlung an Schiffen, die im Laufe der letzten paar tausend Jahre ineinander gecrasht sind, durch welchen Grund auch immer. Wir interessieren uns für diese Dinger, weil unter den ganzen Wracks auch uralte Schiffe sein können, aus einer Zeit, in der man Technik noch verstand, und wusste, wie die Kaffeemaschine im Pausenraum funktioniert. Nachteil daran ist, dass Space Hulks eben auch allerlei fiese Viecher anlocken, die nach einem neuen Zuhause suchen, in unserem Fall: Genestealer, eine Unterart der krabbeligen Tyraniden. Weil wir als Space Marines insgesamt was gegen Aliens haben, machen wir uns auch gleich daran, eben diese Genestealer ins Xenosjenseits zu befördern. Dabei stehen uns nicht nur zwei (absolut charakterlose) Terminatorbrüder zur Seite, sondern auch unsere Psikräfte, sind wir doch ein Scriptor. Weil das bloße Abmetzeln von Horden an Aliens aber eine arme Handlung wäre, erfahren wir auch rasch, dass in dem bunten Konglomerat an gecrashten Schiffen auch ein Kreuzer unseres eigenen Ordens, der Dark Angels, steckt, 10.000 Jahre alt und beladen mit allerlei Artefakten. Artefakten, die das schreckliche Geheimnis unseres Ordens für Außenstehende offenlegen würden! Man muss sich zwar etwas mit der Warhammer 40.000 Welt auskennen, um dieses Geheimnis zu kennen (das Spiel erklärt es uns nicht wirklich), aber wir schnappen uns mal unseren Sturmbolter, unser Energieschwert, und los geht es ins Getümmel. Berge an Bugs
Rund 13 Jahre ist es her, dass wir die Warhammer 40.000 Welt in einem Ego-Shooter erleben konnten. Spielten wir damals einen Tau, sind wir jetzt ein Terminator. Gut doppelt so groß wie ein normaler Mensch, genmodifiziert, mit einer Rüstung, die selbst der schwersten Bewaffnung standhält, während wir selbst ein todbringendes Arsenal zur Verfügung haben. Was könnte uns schon gefährlich werden? Wie sich zeigt, dutzende und hunderte klauenbewehrte, waffenschwingende Aliens. Denn Space Hulk: Deathwing bewirft uns in Left4Dead-Manier mit großen Trauben an Xenos, deren Leichen sich relativ schnell unter unserem Beschuss stapeln. Vier Schwierigkeitsgrade stehen uns zur Verfügung und mit jedem kommen mehr Bugs, die dann auch mehr aushalten. In den Leveln stapfen wir Missionziele à la „Erreiche Ort XY“, „Aktiviere das Terminal“ oder „Halte diese Position für eine gewisse Zeit“ ab. Jede Mission spielt dabei auf einem anderen Schiff des Space Hulks und weist dabei stets Unterschiede in der Architektur auf; ein kathedralenartiger Space Marine Kreuzer sieht eben anders aus als das havarierte Schiff eines Händlers. Enge Gänge sind allerdings allgegenwärtig. Gehen wir nicht den direkten Weg zu unseren Zielen, können wir Artefakte finden, die unseren Punktestand am Ende des Leves anheben. Je nachdem wie gut wir dann waren, werden uns Skillpunkte zugeschrieben, die wir auf drei Skillbäumen (mehr Ausrüstung, passive Buffs oder neue Psikräfte) verteilen. Für jedes erfolgreich absolvierte Missionziel drückt man uns außerdem eine neue Waffe in die Hand. Unsere Ausrüstung wechseln wir zu Beginn einer Mission in unserer persönlichen Rüstkammer, die wir außerdem während der Mission durch ein beschworenes Psitor erreichen können. Hier sammeln wir auch unsere Brüder wieder auf, sollten sie im Kampf fallen. Von der Lore her zwar etwas cheesy, aber... Nein. Da gibt es kein Aber. Der Warhammerfluch
Space Hulk: Deathwing kränkelt an den gleichen Problemen, die inzwischen so viele Warhammerspiele haben, dass man es nur als Fluch bezeichnen kann. Zwar fühlt es sich wirklich cool an, wenn wir in unserer massiven Rüstung durch die Gegend poltern und unser Stapfen hören, wirklich Athmosphäre wird aber nur sehr spärlich rübergebracht (selbst wenn wir von den gelegentlichen Lorelücken absehen). Es braucht mehr als tausende Schädel und Aquilasymbole um Warhammerfeeling aufkommen zu lassen! Unsere Gefährten sind absolut generisch und lassen sich unterscheiden in 'Typ, der mich heilt' und 'Typ, der die schwere Waffe hat'. Auch der Sound ist eher mangelhaft. Klar, unsere Bolter bellen, Genestealer kreischen bestialisch. Dialoge mit unseren Gefährten oder dem Kompaniemeister sind aber hölzern, im Kampf erschöpft sich das Reportoire an Schlachtrufen relativ schnell; und ein wenig albern ist es auch, wenn wir von zwei Gegnern angegriffen werden, und wir über das Com hören „The xenos are countless!“ Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht. Dazu kommen weitere technische Probleme wie Umgebungstexturen, die nur aus der Entfernung gut aussehen oder endlose Ladezeiten. Auf Steam wird von häufigen Crashes und FPS-Drops berichtet, in unserem Test hatten wir nur mit letzterem zu kämpfen. Der Multiplayer ist noch eine einzige Baustelle: Wirklich Verbindung zu einem Server zu bekommen und dann auch zu halten scheint Glückssache, Autossaves gibt es dort nicht. Wer stirbt, beginnt von neuem, und auf ein wirkliches Frotschrittssystem verzichtet man hier. In unserem Test mussten wir auch feststellen, dass uns nach einer Multiplayerrunde mehrere Singeplayer-Autosaves fehlten, eine andere Speicherart gibt es nicht. Frustrierend.

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