Da muss mehr kommen

Das alljährliche WWE lässt uns natürlich auch dieses Jahr nicht sitzen. Klar, wieso auch? WWE ist beliebter denn je und wer würde in einer solchen Zeit auf seine Dosis Wrestling verzichten wollen? Wieso WWE 2K17 uns trotzdem nicht vollständig glücklich, aber auch auf keinen Fall wirklich traurig macht, erfahrt ihr im Test!
Wrestlemania!
Mit über 130 Charakteren, darunter auch Legenden aus vergangener Zeit, wirft 2K uns eine gewaltige Menge an Kämpfern entgegen. Zusätzlich dazu hat man natürlich auch den Karrieremodus nun anständig aufgepeppt. In den Promos wählt ihr nun zwischen vorgebebenen Antwortmöglichkeiten und entscheidet so selbst über das Image eures Kämpfers. Was darfs sein? Face oder Heel? Die Zuschauerreaktionen zeigen euch hierbei, ob ihr wirklich wen mit eurer kleinen Ansprache bewegt habt. Nebenher hat man den meisten der Wrestler auch neue Animationen spendiert und ein bisschen am Charaktereditor gearbeitet. Das ist alles gut und macht Spaß, keine Sorge, der Karrieremodus ist das Highlight des Spiels, denn es macht eben einfach Freude, in unseren wöchentlichen Kämpfen vom Nobody zum Star aufzusteigen, je nach Kampfleistung mit VC, der Währung im Spiel, belohnt zu werden und unseren Charakter zu entwickeln. Ganz davon abgesehen, dass nun auch die weiblichen Athleten nun mit voller Fahrt ins Spiel rollen. Aber
…problematisch ist dann eben bloß, wenn sich das Spiel trotzdem nicht bloß anfühlt wie der Vorgänger, sondern zu weiten Teilen auch noch genauso aussieht. Wenn man in den oben erwähnten Promos, den eigenen Fighter nicht hören kann, sondern seinen Text lesen muss, wenn die Zuschauerrufe teilweise einfach nicht zum Kampfgeschehen passen und wenn die Moderatoren stellenweise die falschen Sprüche zur falschen Zeit rausklatschen. Ja gut. All das sind reine Atmosphäre-Hänger, werdet ihr nun sagen, das ist ja nun nichts, was einen wirklich stören muss, denkt ihr euch da nun, und ja, tatsächlich habt ihr damit ja sogar recht. Es ist nicht schlimm und vor allem nicht die Welt, klar, aber andererseits wirkt WWE 2K17 stellenweise so echt und greifbar, dass es dann eben genau diese Ecken sind, die uns aus dem Spiel reißen. Ganz davon abgesehen, dass man es bis heute nicht hinbekommen hat, die Kollisionsabfragen richtig hinzukriegen, etwaige Grafikbugs komplett zu entfernen und zu verhindern, dass Kämpfer in den Seilen oder an Stangen hängen bleiben und … ja, was und? Nichts eben. Einfach nichts mehr. Trotzdem…
…muss man sagen, dass das Spielfeeling einfach gut ist. Die Zwischenvideos, die Präsentation des Ganzen, und vor allem die Musik sind einfach gut gelungen. Man könnte nun unzufrieden sein, weil die Karriere sich teils etwas zäh anfühlt oder weil der Showcase-Modus entfernt wurde. Tatsächlich wirkt der Teil dieses Jahr aber dennoch umfangreicher als letztes Jahr noch. Gekämpft wird ja übrigens nicht bloß im Ring, wir prügeln uns auch bei den Zuschauern und Backstage – die Wrestlerfehden wollen ja immerhin richtig ausgelebt werden. Vor allem aber fühlt sich der Kampf selbst einfach verflucht gut an und funktioniert einwandfrei. Selbst wenn alles ringsum, alles was außerhalb des Rings passiert, komplett unbrauchbar wäre, so wäre das doch dennoch der Hauptpunkt mit dem das Spiel steht und fällt – richtig?
Eine „kleine“ Randkritik am Rande: Entwicklerteam Yuke’s ist leider nicht auf den aktuellen Roster-Split der WWE eingangen. Hoffentlich wird dieser Fehler noch per Patch ausgebügelt.

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