Oldskool...also wirklich alt

Das Grundspiel, Marvel vs Capcom 3 erschien ja eigentlich im Februar 2011, allerdings kam die Ultimate Edition mit sämtlichen DLCs so flott hinterhergeschossen, im November des selben Jahres nämlich, dass man da grundsätzlich gar nicht groß differenzieren muss.
Kurz darauf kam der Vita Release und nun endlich sind wir auch auf der PS4, der Xbox One und dem PC dabei. Da das Ding ja grundsätzlich schon Kultstatus hat, braucht man eigentlich nicht mehr viel darüber reden. Richtig?
Naja. Nein.
Tatsächlich muss man nämlich eigentlich den sehr guten Port loben. 1080p, 60FPS, stotter- und ruckelfrei ist zwar mittlerweile keine besondere Herausforderung mehr, aber andererseits kommt es bei Konsolenports ja dann doch oft genug vor, dass das einfach nicht funktioniert. Ultimate Marvel vs Capcom 3 läuft dagegen aber absolut flüssig. Zusätzlich dazu, wurde auch der Online-Modus etwas aufgebessert. Nicht in Sachen Inhalt, aber zumindest was den Netcode angeht. Absolut ruckelfrei konnten wir uns ohne Luft zu holen in endlosen, ungebrochenen Combos, von Fremden, die offensichtlich besser sind als wir, in den Arsch treten lassen. Yes! Endlich auch am PC! Inhalt
Okay, aber das Geheule über das Matchmaking kommt später noch, keine Sorge. Erst kommen wir zu den Modi. Wir haben den klassischen Arcademode, in dem wir uns bis zu einem Boss durchprügeln, den Mission-Mode, in dem wir quasi als Training einen Typen vor uns stehen haben, an dem wir nacheinander Combos der unterschiedlichen Chars abarbeiten und den Heroes and Heralds-Mode, in dem ihr eine Seite wählt, Heroes oder Heralds (Ihr wählt tatsächlich bloß die Seite, die Chars sind die gleichen), und dann um die Herrschaft kämpft. Zusätzlich zum normalen Teamkampf habt ihr hier eben auch noch Kartensets, mit denen ihr ein wenig an Stats und Fähigkeiten schrauben könnt, abhängig von den Karten – was tatsächlich durchaus komplex sein kann. Online kämpft ihr hier in einwöchigen Events um die Herrschaft, das Team mit Punktevorsprung gewinnt im Endeffekt, Offline habt ihr Maps und eine kleine Bingo-Hitlist. Jeder Sieg gibt euch Prozente auf der Map und wenn ihr ein Hitlist-Bingo habt, gibt’s eine zusätzliche Map – mit spezieller Belohnung.
Mimimi
Was es hier nun aber zu jammern gibt ist eigentlich Geheule auf recht hohem Niveau. Gut, vorab vielleicht noch das übliche Gejammer, das Balancing ist tatsächlich etwas mau, immerhin ist das Spiel dann doch eher n Fun-Prügler, und das Matchmaking ist recht unterdurchschnittlich. Wir haben bei unserem ersten Onlinematch gute zehn Minuten gesucht, haben keinen Ranked-Gegner gefunden, haben uns entschieden eben Unranked zu spielen – bloß um hier auch niemanden zu finden. Dann haben wir eingestellt, dass der Gegner eben nicht auf unseren Rang sein muss und wurden wehrlos herumgeschleudert, als wären wir eine verdammte Gazelle, die von einem Geparden erwischt wurde. Mit anderen Worten: Es war nicht schön und tatsächlich hat diese Geschichte auch kein Happy End – das Unheil hat sich immer und immer wiederholt. Es wird dann eben auch nicht besser, wenn wir eben einfach offline spielen und die KI hier nun eben einfach auf ihrer Seite des Feldes stehen bleibt und darauf wartet, dass wir sie mit Ranged-Attacken totspammen. Klar, zwischendurch liegen die eine ganz solide Block-Streak hin, aber irgendwann kommen wir mit unserem lächerlichen Gespamme eben doch immer durch. Ist das schön? Nein. Ist das die Schuld der KI? Natürlich, ja! Aber kann man wirklich darüber meckern, dass wir dreckige Spammer sind, die kleine KI-Macken ausnutzen? Eigentlich schon. Doch.

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