Überraschungs-Hit?

Ein unscheinbarer Held, auf den das Schicksal wartet. Eine dunkle Bedrohung, die am Horizont aufzieht und unsere Welt bedroht. Heere des Guten, die sich gegen die Finsternis stellen. Das alles liegt in Tyranny in weiter Vergangenheit! Denn Obsidians neuestes Werk spielt nach dem Sieg des Bösen in der Welt Terratus und wie es sich von der anderen Seite einer Fantasygeschichte spielt, haben wir uns für euch angeschaut.
Der Anfang vom Ende
Der finstere Herrscher Kyros hat die Welt Terratus mit seiner gottgleichen Magie und seinen mächtigen Armeen unterjocht. Nur ein letzter Winkel der Welt rebelliert gegen ihn und wir werden als einer seiner Schicksalsbinder ausgesandt, um den letzten Widerstand zu brechen. Doch bevor wir losziehen, erstellen wir erst einmal unseren Helden. Im Gegensatz zum Quasivorgänger Pillars of Eternity steht uns dabei diesmal ein skillbasiertes, klassenloses System zu Verfügung. Zwar bauen wir uns am Anfang unseren Recken aus diversen Archetypen, wie Gladiator oder Kampfmagier, zusammen, jedoch können wir ihm später jede beliebige Waffe oder Zauber in die Hand drücken. Die entsprechenden Fähigkeiten steigen in Tyranny nämlich bei Benutzung. Das Ganze funktioniert im Grunde wie in der Elder Scrolls Reihe. Nach einer festgelegten Anzahl von Fähigkeitsverbesserungen steigen unsere Helden im Level auf und dürfen dann auch noch Punkte in Charakterwerte und Talentbäume werfen. Nachdem unser Held erstellt ist, legen wir noch fest, wie sich unser Charakter während der Eroberung der Welt verhalten hat. Wir wählen aus verschiedenen Kriegsschauplätzen, an denen er gewirkt hat und fällen an jedem diverse Entscheidungen. Welcher der beiden Armeen von Kyros helfen wir, dem Scharlachroten Orden oder der Legion der Geschmähten? Lassen wir eine besetzte Stadt in der Hand lokaler Söldner oder setzten wir eigene Soldaten ein? Warnen wir die Gelehrten des größten Horts an geheimen Wissen bevor die Flammenmagie Kyros' die Festung vernichtet? Jede dieser Entscheidungen hat Konsequenzen, die wir später im Spiel zu spüren bekommen. Anhänger der jeweiligen Fraktionen erinnern sich an unsere Taten und sind für unsere Unterstützung im Krieg dankbar oder greifen zu den Waffen, weil wir ihrer Söldnerbande den Lebensunterhalt genommen haben.
Apropos Konsequenzen: Die Entscheidungsfreiheit in Tyranny ist enorm. Nicht nur während des Intros, auch im restlichen Spiel treffen wir ständig Entscheidungen, die teilweise große Auswirkungen auf unsere Spielweise haben. Wir gewinnen die Loyalität unserer Anhänger oder herrschen durch Furcht. Wir helfen einer der beiden Armeen des Imperators. Oder doch lieber den Rebellen? Oder spielen wir unser eigenes Machtspiel, während wir unsere Vorgesetzten über unsere Ziele belügen, bis wir mächtig genug sind? Schwert und Feuerball
Doch der Weh zur Macht ist steinig und, zumindest in unserem Fall, gepflastert mit Rebellen, Söldnern und magischen Monstren. Diese fordern uns, abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad, einiges ab. In den ständig pausierbaren Kämpfen schicken wir unsere bis zu 4 Mann starker Reckenriege übers Schlachtfeld, lösen Fähigkeiten aus, verteilen kritische Schellen und werfen mit Zaubern.
Die Zauber bauen wir dabei übrigens im spieleigenen Zauberbaukasten selbst. Nach und nach finden wir bei Händlern oder in alten Ruinen verschiedene Runen und bauen aus einer Grundrune, die das Element des Zaubers, wie Feuer, Eis oder Illusionen bestimmt, einer Formrune, bei der wir aus Dingen wie Kugeln (wie der klassische Feuerball), Kegeln oder Linien wählen und modifizieren das ganze zum Abschluss noch mit diversen Runen, die den Schaden oder den Wirkbereich des Zaubers erhöhen oder unseren Feuerball in einen Frostfeuerball verwandeln, der Gegner sowohl verbrennt, als auch einfriert. Zusätzlich dazu verfügen unsere Helden noch über auf einmal pro Kampf oder sogar einmal pro Rast limitierte Kombinationsangriffe. So katapultiert unser Held zum Beispiel Bogenschützin Lyra in die Luft, von wo aus sie Gegner mit einem Pfeilhagel beharkt. Die meisten dieser Kombinationsangriffe und andere Spezialfähigkeiten schalten wir dabei über das umfassende Rufsystem frei, erhalten also sogar unterschiedliche Fähigkeiten, je nachdem ob wir in unseren Gefährten Loyalität oder Angst hervorrufen. Später erwerben wir auf unseren Abenteuern auch noch besonders starke Artefaktwaffen, die außer durch spezielle Fähigkeiten auch noch dadurch glänzen, dass sie einen eigenen Rufwert haben. Indem wir mit diesen Waffen besonders imposante Gegner töten oder zum Beispiel kritische Treffer austeilen, steigt der Ruf und damit die Stärke der Waffe.

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