Metroidvania aus der Hölle

Smart, wie die Mädels und Jungs von Thunder Lotus Games ihr neues Spiel, Sundered, bewerben. Da gibt es nämlich am Releasewochenende prompt mal Jotun, eine wahre Augenweide und das Erstlingswerk der Indieentwickler, umsonst. Trotzdem kann sich Sundered nicht davor retten, als eigenständiges Spiel bewertet zu werden. Wie uns die Metroidvania-Metzelei gefällt? Lest es im Test!
Wunderschöne Welt
Wir starten mitten in einem Sandsturm und kämpfen uns bis zu einem Tempel vor. Wir fallen, wir sterben, Schatten nehmen uns Gefangen und wir bekommen die Welt erklärt. Die neue Welt. Von da an beginnt unsere Reisen durch diesen alten Tempel, durch Ruinen, die wohl fürs erste unser Gefängnis sind. Die Animationen, Hintergründe und Monster sind erstaunlich hübsch und fügen sich perfekt zusammen, alles sieht gut aus und macht auf seine Art Sinn, egal ob Dornenranken, Steinwände oder metallene Labors. Zwischendurch, auf den Wegen zu Bossen oder größeren Meilensteinen, finden wir immer wieder Orbs, die uns die Geschichte der Welt erzählen. Horden
Während wir also rumlaufen und nach Splittern suchen, versuchen, die Energie im Komplex wiederherzustellen und generell einfach nur scharf darauf sind, ein paar dicke Bosse zu vernichten, wirft das Spiel uns immer wieder mal, alle paar Räume eben, Gegner in den Weg. Ein, zwei Gegner. Also. Ein-, Zweihundert. Kein Scherz, wir bekommen Massen an Monstern entgegengeworfen. Die sehen zwar witzig aus, aber ab einem gewissen Punkt wird es schlicht lächerlich, unsere Chancen auszuweichen sinken drastisch, wenn der gesamte Boden sich zu bewegen scheint, ob der Vielzahl an Monstern und wir eigentlich bloß noch aufs Fressbrett bekommen.
Klar, das macht durchaus Sinn, denn die Anzahl der Monster ist tatsächlich beeinflussbar. Je mehr ihr kämpft, je mehr ihr tötet, umso mehr spawned bei der nächsten Horde. Habt ihr also euer Ziel vor Augen und wisst, was ihr machen wollt, lauft ihr einfach durch. Auf der anderen Seite ist sterben ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Mit jedem Tod könnt ihr nämlich eure gesammelten Seelen, Orbs, Punkte, oder was auch immer, ausgeben. Der Skilltree ist gigantisch und bewirft euch mit nützlichen Perks wie +25% Rüstung, oder eben mit kleinen Zusätzen wie +1%dmg. So oder so, um die großen Dinge zu erreichen, müsst ihr erst die kleinen skillen, euch im Vorfeld allerdings einen Weg zurechtlegen ist durchaus sinnvoll. Meh
Der Kampf an sich ist denkbar simpel. Wir können springen, später sogar doppelt, ausweichen und zuhauen. Klar, beim Schlagen gibts diverse Richtungen und kleine Kombos, in erster Linie ist es aber Buttonklatschen. Später bekommen wir noch die Kanone, über das Ding kann man streiten. Das ist es aber. Simpel, nicht wahr? Ist es tatsächlich! Hier beginnen nämlich auch die Probleme. Das Spiel ist simpel und durch den Skilltree und die Talente, bekommen wir allerlei coole Sachen, die Talente selbst können wir sogar so anordnen, dass wir ernsthaft grausig-starken Kram fabrizieren können. Wie einen Fokus auf unsere Schilde, der uns weitestgehend unantastbar macht – wenn wir uns nicht zu dumm anstellen. Klar, das sind dann allerdings wieder Endgamespielereien. Wo wir auch zum Punkt kommen: Der Anfang ist schwer, zu schwer sogar, denn die Horden an Gegnern sind in höchstem Maße unfair. Vor allem, wenn wir sie zusammen mit Bossen oder Minibossen zugeschmissen bekommen. Die Horden an sich sind auch so konzipiert, dass ihr irgendwann nicht mehr wirklich gewinnen könnt, Skill und Skillung hin oder her. Mit anderen Worten, das Spiel neigt zur Unfairness und das ist in höchstem Maße frustrierend. Natürlich nimmt euch auch keiner an der Hand, gerade im Anfangsstadium des Spiels ist also viel frustiges herumgeirre angesagt.

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