Die dunkle Seite

Wenige Wochen vor dem Start des achten Star Wars Films können Spieler in die Polygonhaut von Luke Skywalker, Han Solo oder Darth Vader schlüpfen. Für den zweiten Teil der Star Wars Battlefront Serie hat Entwicklerteam DICE zahlreiche Verbesserungen versprochen und sogar eine Einzelspielerkampagne springen lassen. Leider werden diese Verbesserungen und Neuerungen durch eine Sache überschattet: die Mikrotransaktionen. Ist der aktuelle Shitstorm gegen das Spiel und Publisher Electronic Arts gerechtfertigt?
Die Kampagne
Bevor wir über den Mehrspieler-Part und -natürlich- die Lootboxen schreiben, werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die wohl größte Neuerung in Battlefront 2: den Singleplayer. In der knapp fünf Stunden kurzen Kampagne erlebt man die Abenteuer der jungen Dame Iden Versio, der Anführerin des Inferno Squads. Zeitlich spielt die Geschichte zwischen Episode 6 und 7. Demnach sind wir live dabei, als der zweite Todesstern zerstört und Endor von den Rebellen erobert wird. Fans der hellen Seite können aber beruhigt aufatmen: Iden trägt nämlich ihr Herz am richtigen Fleck. Mehr wollen wir von der eher unterdurchschnittlichen SiFi-Story (inkl. komplett unnötiger Romanze) nicht verraten. Auch beim Gameplay bekommt man innerhalb der Kampagne wenig geboten: Die Feuergefechte sind kurzweilig und die Level extrem linear. Im mittleren der drei jederzeit wechselbaren Schwierigkeitsgrade ist der Singleplayer richtig einfach. Das liegt unter anderem daran, dass man keinerlei Rücksicht auf den Munitionsverbrauch nehmen muss - sämtliche Waffen haben nämlich unendlich Munition/Energie. Die Gegner-KI ist nicht der Rede wert, an vielen Stellen kann man die Feinde auf sehr große Distanz und nahezu ohne Gefahr per Visier ausschalten. Die gelegentlichen Weltraumkämpfe mit Tie-Fighter und X-Wing sehen zwar sehr schick aus, doch erinnern spielerisch eher an ein Botmatch. Das „traurige“ Highlight des Singleplayers: die extrem öden Abschnitte, in denen man als bekannter und viel zu starker Held minutenlang viel zu schwache Gegner erledigt. Episches Star Wars Feeling? Fehlanzeige! Selbst hartgesottene Fans sollten sich daher Battlefront 2 nicht nur wegen der Solo-Geschichte holen. Zu allem Überfluss: Auch im Einzelspielermodus tauchen Star Cards und Credits auf. Man kann nämlich mit den Sammelkarten aus Kisten auch die Fähigkeiten von Versio verbessern und verändern. Beispielsweise kann man auf Kosten der unbegrenzt verfügbaren Thermaldetonatoren eine Karte in den entsprechenden Slot setzen, durch die Iden weniger Schaden durch Explosionen und Toxine nimmt. Kurz gesagt: Wer viele Lootboxen kauft und Glück hat, macht sich das Leben in der Kampagne noch leichter.
Der Arcade-Modus
Neben der Kampagne gibt es in Battlefront 2 noch mehr für Einzel- und Koopspieler (online und lokal), nämlich den Arcade-Modus. Dabei handelt es sich um kurze Einsätze ohne Rahmenhandlung, in denen man als Luke Skywalker, Darth Vader, Han Solo oder Prinzessin Leia antritt, und zwar teils in Begleitung von computergesteuerten Sturmtrupplern oder Rebellen. Diese kurzen Einsätze wirken schlussendlich wie Multiplayerpartien mit und gegen Bots - keine spektakuläre Sache. Die Technik
Battlefront 2 basiert auf der hauseigenen Frostbite-3-Engine von DICE. Das Spiel wird auf der PlayStation 4 mit einer nativen Auflösung von 1.600 x 900 Pixeln berechnet, auf der Xbox One mit 1.280 x 720 Pixeln. Auf beiden Konsolen läuft das Spiel -fast- durchgehend mit 60 Bildern pro Sekunde. PC-Zocker dürfen, sofern ausreichend Power vorhanden ist mit einer 4K-Auflösung spielen. Plattformunabhängig: Star Wars: Battlefront 2 sieht verdammt gut aus. Der Shooter punktet mit hübschen Landschaften, einer schönen Umgebung, detailreichen Oberflächen sowie schicken Licht- und Explosionseffekten. Auch die flüssigen Animationen können sich sehen lassen. Erfreulich: Auch auf älteren Rechnern läuft das Spiel flüssig. Auf der akustischen Seite verwöhnt uns das Programm mit Original Musik und Soundeffekten aus den Filmen. Sogar die deutschen Synchronsprecher sind am Start. Ganz großes Kino also! Battlefront 2 ist seit dem 17. November 2017 für PC, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich. Die Standardversion kostet je nach Anbieter zwischen 60 und 70 Euro. Vorbesteller der rund 90 Euro teuren Elite Trooper Deluxe Edition können im Laufe des 14. November loslegen. Die hierzulande veröffentlichte Version erscheint ohne inhaltliche Schnitte.

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