Ab nach Italien

Über 2 ½ Jahre mussten Fans der beliebten Sniper-Elite-Serie auf Teil 4 warten. Das Warten hat am 14. Februar 2017 ein Ende. Entwicklerteam Rebellion verspricht für den neusten Sniper-Elite-Ableger eine bessere Technik (Grafik und Steuerung) und noch größere Maps. Wir haben das überprüft!
Nach wie vor WWII
Auch in Sniper Elite 4 schlüpfen wir in die Rolle von Sniper-Held Karl Fairburne, der 1943 nach Italien versetzt wird. Während die Vorbereitungen der Allierten zur Invasion des Mussolini-Reichs laufen, soll Fairburne hinter den feindlichen Linien Verwirrung stiften. Wer sich jetzt eine spannende Handlung mit Nazis, der Mafia und den Widerstandskämpfern erwartet, wird enttäuscht. Sämtliche Figuren (inklusive Fairburne) sind nämlich extrem blass und auch die eigentliche Geschichte wird ziemlich lahm erzählt. Kurz gesagt: Sniper Elite 4 lebt vom Gameplay und der recht großen Spielwelt. Große Maps
Anders als in Call of Duty oder Battlefield geht es in Sniper Elite 4 nicht darum, mit übermächtiger Waffengewalt durch Städte zu poltern und Scharen von Gegnern wegzuballern. Im Gegenteil: Wir sollen so unaufmerksam wie möglich unsere Zielpersonen ausfindig machen und eliminieren. Machen wir zu viel Lärm während unserer Mission, laufen wir Gefahr, dass wir schnell einer Übermacht an deutschen Soldaten gegenüberstehen. Erschwerend kommt hinzu, dass je nach Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger taktische Elemente wie Schwerkraft, Windrichtung oder Herzfrequenz miteinbezogen werden. Zum Glück umfasst unser Waffenarsenal eine schallgedämpfte Pistole sowie einige nette Gadgets (Stolperdrahtminen, Steine zum Weglocken). Sniper Elite 4 ist taktisch gesehen noch anspruchsvoller als der Vorgänger. Aufgrund der großen Maps und zahlreichen Gegner müssen bzw. sollten wir so heimlich wie möglich vorgehen. Dank des bekannten Fernglases können sowohl Feinde, als auch explosive Tonnen, Transporter oder Munitionskisten ausgemacht werden. Neu ist hier, dass genannte Feinde und Objekte erst durch manuelles Knopfdrücken markiert und somit durchgehend sichtbar gemacht werden. Gegner können von hinten mittels Stealth-Attacke lautlos ausgeschalten werden - die Alternative ist ein Schuss aus unserer schallgedämpften Pistole. Ebenfalls praktisch: Explosionen dienen zur Ablenkung und Hintergrundgeräusche wie zum Beispiel knatternde Motoren übertönen das Schussgeräusch aus unserem Gewehr. Schade: die größte Schwachstelle in Sniper Elite 4 ist die maue Leistung der KI. Gegnerische Soldaten suchen nur selten eine schützende Deckung auf - auch das Zusammenarbeiten in einer größeren Gruppe scheint die CPU zu überfordern. Geschicktes Vorgehen wird mit Erfahrungspunkten belohnt. Ausreichend Punkte vorausgesetzt steigen wir im Rang auf und schalten neue Waffen frei.
Brutal
Auch in Sniper Elite 4 ist wieder das „X-Ray Cam“-Feature mit von der Partie. Feuert ihr einen präzisen Schuss ab – etwa in den Kopf – wechselt die Kamera in eine Slow-Motion-Ansicht der Kugel und verfolgt sie, bis sie den Feind durchbohrt hat. Detailverliebt wird dann gezeigt, wie Blut spritzt, Knochen splittern und Organe zerfetzt werden. Ein interessantes Feature, welches aber viel zu schnell ausgelutscht ist. Erfreulich für sämtliche Uncut-Zocker: Käufer der deutschen USK-Fassung bekommen dieses Feature ebenfalls zu Gesicht. Technik
Der neue DX-12-Grafikmotor des Shooters weiß zu gefallen. Die Animationen sind flüssig und auch die Effekte können sich sehen lassen. Auch die hohe Weitsicht spricht für Sniper Elite 4. Nur ein paar wenige Matschtexturen trüben den Gesamteindruck etwas. Beim Sound bekommt man realistische Waffengeräusche und weniger sympathische Sprecher geboten.
Multiplayer
Im Multiplayer kann man gemeinsam mit einem weiteren Spieler entweder die Kampagne durchlaufen oder man kämpft in verschiedenen Modi gegen feindliche Soldaten. In „Kill-Serie“ etwa geht es darum, möglichst viele Wellen von Gegnern auszuschalten, ohne dass einer der Spieler stirbt.

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