Grandios!

Civilization war immer ein faszinierendes Spiel. Grundsätzlich ist der Name Sid Meier, ähnlich dem von Tom Clancy, mittlerweile ein Markenname, dem man bis auf wenige Ausnahmen durchaus vertrauen kann. Die Civilization Reihe hatte dennoch immer mit leichten Problemen zu kämpfen, sei es nun das Fehlen von Features aus den Vorgängerteilen oder der schlicht nicht funktionierende Multiplayer – wieso Civilization VI hier die große Ausnahme bildet und gleichzeitig der beste Teil der Reihe ist, das erklären wir euch im Test! Wie, das ist Civ?
Tatsächlich muss man sagen, wenn man Civilization spielt, ist man einiges gewohnt. Civ 5 hatte zu Beginn keine Religionen und Multiplayer war ein Wunschtraum, den man durch harte Arbeit und VPN Clients erreichen konnte. Auch der Vorgänger sah im Vergleich zu dessen alten Herren ziemlich alt aus. Plötzlich schaltet man Civ6 an, wird von einem bombastischen Intro begrüßt (gut, das Intro ist immer ganz gut) und hat zudem noch ein eigenes Tutorial, das einem jede Kleinigkeit des Spiels genauestens erklärt. Man startet ein Spiel und… alles ist gleich, aber doch irgendwie anders. Wir haben Religionen zur Verfügung, das Spiel läuft flüssig und der Multiplayer – er funktioniert einwandfrei! Trotzdem wurde an einigen Punkten enorm geschraubt und das ist auch gut so, denn auch wenn Beyond Earth eigentlich ein gutes Spiel war, so ist es dennoch vollends unter den Teppich gefallen.
Und das war der Moment…
…in dem man sich besann und erkannte, dass man die Technologie hatte, dass man die Möglichkeiten hatte, das erste direkt zu Beginn großartige Civilization zu schaffen. Besser, stärker, schneller. Denn man hat nicht bloß das Kultur- und Regierungssystem überarbeitet und den Spielern enorme Freiheiten gegeben, sondern auch die Optik massiv überarbeitet. Plötzlich wirkt es an vielen Punkten eher wie Siedler, als wie Civ. Alles ist runder, ein bisschen comichaft und überzeichnet und auf diese Art, durch Gestik, Mimik und die grundlegenden Animationen auf seine Art perfekt. Die Karten selbst sehen so, so, so viel besser aus als früher und alles was im Nebel des Krieges liegt, gleicht plötzlich einer gezeichneten Karte. Es ist schlicht wunderschön. Die Kultur, durch die man früher bloß Sozialpolitiken freigeschaltet hat, liefert uns jetzt einen eigenen Skilltree, mit dem wir Regierungsformen erforschen können. Die Politik selbst liefert uns hier dann die Slots für die verschiedenen, freigeschalteten Regierungs-Skills. Als Beispiel liefert uns der Faschismus vier Militärslots, einen Wirtschaftsslot, einen Diplomatieslot und zwei Jokerslots und gibt unseren Kampfeinheiten außerdem +4Stärke und bis zu 20% Bonus auf Einheitenproduktion. Die Slots werden hierbei mit den entsprechend mit Kultur erforschten Regierungskarten aufgefüllt. Das sind dann beispielsweise -1Goldkosten pro ausgehobener Einheit oder +2Einfluss für jeden Abgesandten. Die Abgesandten selbst sind hierbei übrigens ein weiterer Trumpf des neuen Teils, denn der Kontakt zu Stadtstaaten war früher ja doch eher Krampf als Freude. Jetzt erhaltet ihr Einflusspunkte, die ihr dann wiederum in Abgesandte umwandeln könnt, die ihr schlicht in die Stadtstaaten stellt um von ihnen Boni, oder ab einer bestimmten Anzahl, deren Treue zu erhalten. Ganz einfach und trotzdem ziemlich gut. Zusätzlich dazu gibt es nun noch einen Religionssieg, sowie eine überabeitete Form der Handwerker, die nun nicht mehr ewig an Verbesserungen arbeiten, sondern sie in der selben Runde noch fertigstellen, dafür aber bloß eine bestimmte Anzahl an Aufladungen haben. Außerdem könnt ihr nun Bezirke bauen. Jene stellt ihr auf ein bestimmtes Feld und können dann weiter bebaut werden. Von Handel über Kultur, Zufriedenheit und Militär, bis hin zu Wohnbezirken ist hier alles möglich. Jene Bezirke sind auch enorm wichtig, da eure Bewohner nun nicht mehr bloß zufrieden gestellt werden müssen, sondern auch Wohnraum brauchen.
Aber…
…auch wenn wir enorm überzeugt vom aktuellen Civilization sind und unsagbar viel Freude an dem Ding haben, so ist natürlich auch hier nicht alles Gold was glänzt. Die Spielerzahl ist auch weiterhin pro Kartengröße beschränkt, die Karten an sich sind aber bedeutend größer, Kriegstreiber (wie ich einer bin) scheinen außerdem einen anständigen Vorteil zu haben, da Forschung nicht skaliert, sondern durch die Anzahl der Städte eben bloß noch beschleunigt wird und die KI ist auch diesmal wieder unter aller Kanone. Was mit dem kriegstreibenden Gandhi vor 25 Jahren begann (Die Begründung dahinter erläutern wir vielleicht an anderer Stelle), endet dieses Jahr mit einem Perikles der trotz lächelndem Smiley und liebenswerter Gestik den Krieg erklärt. Wieso? Keine Ahnung, vielleicht will er sich weiter ausbreiten. Wieso erkläre ich Friedrich den Krieg, obwohl wir eben noch Besties waren? Man kann natürlich sagen, dass es die KI menschlich macht, aber in Wirklichkeit ist es bloß lächerlich, wenn Japan einem technologisch und militärisch weit überlegenem Gegner den Krieg erklärt, zwei Samurai rüberschickt, die mal eben erschossen werden und er dann nach Frieden fragt. Nebenher bestehen minimale Dokumentationsmängel, man sieht also beispielsweise nicht, wann die Grenzen wachsen oder wie die Luxusgüter sich verbreiten und welche man in welcher Stadt hat und die Übersetzung selbst ist wie in jedem anderen Teil auch wieder sehr problembehaftet. Seit 15 Jahren schreiben die Bonusse und Malusse in der deutschen Version und trotz ewigem Gemecker wurde es nie behoben. Multiplayer, Sound und Optik
Die Optik haben wir ja schon erwähnt, es ist einfach ein Traum, zu sehen, wie sich innerhalb eines Teiles die Kampfanimationen von stumpfen speerstoßen auf ein wildes Herumgewirbel mit dem Speer, ein Aufspießen des Feindes und über den Kopf werfen entwickelt hat. Es gibt einfach kaum etwas schöneres, als einen theologischen Kampf mitanzusehen und zu beobachten, wie blitzewerfende Inquisitoren ihre Missionarsfeinde zerschmettern. Natürlich läuft in Civ 6 kein Baba Yetu und kein Theme-Song wird je an diesen herankommen, gleichzeitig sind die Stimmen und Sprachen, die wieder in den entsprechenden Landessprachen und alten Dialekten gesprochen werden (Barbarossa z.B. spricht Mittelhochdeutsch) exzellent.
Der Multiplayer läuft derweil problemlos. Keine Out of Sync – Error, keine Verbindungsabbrüche und absolut problemlose Verbindung zum Spielleiter. Von Beginn an. Wir sind überrascht, erstaunt und in höchstem Maße zufrieden. Zum Multiplayer folgt definitiv noch mehr von uns. Nicht umsonst hat Team Liquid eine Civ6 Division gegründet.
Unser Testvideo zu Sid Meiers Civilization VI

1 Kommentar

CindyHanson um 24.10.2016 - 12:53

Ein interessantes Spiel über eine Zivilisation. Wo könnte man es herunterladen, weil dieser Website http://essaydune.com/buy-essay/ erfordert Zahlung fur Kundendienst?

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