Schon wieder so ein 08/15 MMO?

Mit Revelation Online schickt Entwickler NetEase ein MMO in die Startlöcher, das in den nächsten Monaten von China auf den westlichen Markt schwappen soll. Damit ihr wisst, was ihr von dem Spiel aus Fernost zu erwarten habt, haben wir einen Blick in die momentan laufende Closed Beta Phase geworfen!
Neue Helden braucht Nuanor!
Erfahrungsgemäß können wir viel von der Charaktererstellung eines asiatischen MMOs erwarten, und auch Revelation Online wartet mit reichlich Reglern und Optionen auf. Zunächst einmal wählen wir aus sechs Klassen aus. Revelation Online verfolgt dabei eher das traditionelle Klassen System von Tanks, Supportern und Damagedealern. Wollen wir reichlich Schaden einstecken, schnappen wir uns Schild und Lanze als Vanguard, sind wir eher magischer Natur ist der Spirit Shaper vielleicht eher unser Ding, und wollen wir einfach eine ganze Wagenladung Schießeisen in den Kampf führen, werden wir eben Gunslinger. Warum all die Klassennamen auf englisch sind? Weil noch keine deutsche Übersetzung existiert. Dieser Umstand legt uns im Laufe der Beta einige Steine in den Weg. Aber jetzt schieben wir erstmal reichlich Regler hin und her und bestimmen wie unser Charakter aussehen soll. Der Detailgrad der Erstellung kommt dabei zwar nicht an die aus dem MMO Black Desert heran, lässt uns aber trotzdem ausreichend Möglichkeiten. Ein Genderlock gibt es für die Klassen nicht, aber manche Klassen können nur von bestimmten, menschlichen Völkern gespielt werden, von hochgewachsenen Hünen zu animehaften, kleinen Mädchen. Im Spiel selbst entscheiden wir uns dann zunächst für einen von drei Steuerungsmodi: Klassische MMO-Steuerung, wie man sie zum Beispiel aus World of Warcraft kennt, eine Steuerung die größtenteils auf Befehlserteilung mit der linken Maustaste und einer fixen Kamera setzt und dem Action Control Style, bei dem wir die Kamera und verschiedene Fähigkeiten direkt mit Drücken und Bewegen der Maus steuern, wie man es aus TERA kennt. Die Ausgangsstory ist dann recht fix erzählt: Während wir mit unserem Dorf das Fest des Meeresgottes feiern, wird es von Darkscales, reichlich fiesen Fischmenschen, überfallen. Kaum haben wir den Angriff abgewehrt, brechen wir mit dem Dämonenjäger Akuta (dem größten, besten, tollsten Dämonenjäger, wenn es nach ihm geht) in die große, weite Welt auf um dem ganzen auf den Grund zu gehen.
Von allem etwas
Inhaltlich kommt Revelations Online nicht zu knapp. Durch das Land Nuanor bewegen wir uns entweder zu Fuß, mit einer Art Ninjawalk, den man bereits aus Blade&Soul kennt, auf einem Reittier oder mit Flügeln. Flügel? Ja! Ab Level 29 breiten wir einfach unsere Schwingen aus und flattern durch die Luft, wie im MMO Aion. In der offenen Spielwelt können wir uns dabei relativ frei bewegen, und selbst Berggipfel erreichen. Spezielle Flugzonen, wie in Aion, gibt es in Revelation Online nicht, höchstens in Dungeons wird der Einsatz beschränkt. Dazu gibt es ein Netz von Teleportplattformen, die im ganzen Land verteilt sind und uns reichlich Laufzeit sparen. Verfolgen wir nicht die Hauptquest, können wir Nebenquests erledigen oder Dungeons, Soloinstanzen und Raids bestehen. Dabei sammeln wir Einfluss bei verschiedenen Gruppierungen in der Welt oder Materialien für das Crafting. Apropos Crafting: Ausrüstung herzustellen besteht momentan noch daraus, einem bestimmten NPC die richtigen Items zu bringen. Wir selbst haben aber Lifeskills, die wir trainieren können. Darunter fallen Sammelskills wie das Angeln, Kochen, um Bufffood zuzubereiten, oder Holzarbeiten, um Möbel herzustellen. Das dazu passende Housing existiert in der Closed Beta allerdings noch nicht und wird erst später implementiert. Auch für Leute, die mehr den Kampf gegen andere Spieler suchen, hat Revelation Online etwas in petto. Wir können uns mit anderen Spielern duellieren oder uns für Szenarien anstellen, in denen zwei Mannschaften in Modi wie Kontrollpunkteroberung gegeneinander antreten. Mit unserer Gilde können wir einer anderen den Krieg erklären, und später auch um die Herrschaft über Festungen streiten.
Und ein paar Stolpersteine
Trotz allem, was bereits im Spiel ist, einiges muss erst noch den Weg zu uns finden. Zum Beispiel eine wirkliche westliche Übersetzung. Die Closed Beta ist noch größtenteils auf Chinesisch und Russisch, nur die elementarsten Sachen sind zumindest in Englisch lesbar. Das ist nicht nur umständlich, wenn man versuchen will, die Story zu verfolgen, sondern auch wenn manchmal ganze Menüs auf Russisch oder Chinesisch sind und man sich eher willkürlich durchklickt. Aber auch Sachen wie Housing oder ein Freunde-System, in dem man Beziehungspunkte mit anderen Spielern sammeln kann, stehen noch auf der To-Do-Liste der westlichen Version. Dazu gibt es ein paar andere Knackpunkte, die Revelation Online Minuspunkte einbringen. Zum Beispiel die Grafik und Animationen, die nicht wirklich up to date sind. Oder die Tatsache, dass Revelation Online zwar eine breite Palette Features aus anderen Spielen entleiht, aber durch keines davon wirklich brilliert. Flügel wie in Aion, Fortbewegung wie in Blade&Soul, Kampfsteuerung wie in Tera; aber nichts davon lässt Revelation Online besonders herausstechen. Verfolgen wir die Hauptquest, kann es schnell ziemlich lästig werden, wenn eine Unterhaltung mit Storycharakteren mal schnell ein gutes Dutzend Quest einnimmt, die alle nur daraus bestehen, mit einer Handvoll Klicks durch einen Teil des Gesprächs zu lesen. Und am Ende kommt Revelation Online nicht von seinen Wurzeln weg: Weibliche Charaktere haben wenig an, dafür aber zumeist eine immense Oberweite.

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