Endlich wieder Horror!

Die Resident Evil Fangemeinschaft hatte es die letzten Jahre nicht sonderlich leicht. Nach dem ziemlich verkorksten Teil 6 aus 2012 gab es die letzten Jahre lediglich HD-Neuauflagen der alten Teile (Resident Evil 1 und Zero). Viele glaubten schon an das Ende der legendären Spieleserie - doch Entwickler Capcom wollte es noch einmal wissen. Mit Resident Evil 7 wird die Serie quasi resetet und sogar der aktuelle VR-Trend mit ins Boot geholt. Ob der Plan aufgegangen ist?
Ab ins Horrorhaus
In Resident Evil 7 schlüpfen wir in die Rolle von Ethan Winters, der nach drei Jahren ein Lebenszeichen von seiner verschwundenen Freundin Mia erhält. Ein paar Stunden später sind wir in den Sümpfen von Louisiana und der Horror kann beginnen. Am helligen Tag erkundigen wir das Gelände rund um ein verlassenes Anwesen. Wir finden tote Vögel, verrottete Tierkadaver und sehen plötzlich einen Mann an uns vorbeihuschen. Mehr wollen wir von der bis zum Ende hin spannenden Geschichte nicht verraten. Für alle Nicht-Resi-Fans an dieser Stelle eine kleine Entwarnung: der neuste RE-Ableger benötigt keinerlei Vorkenntnisse der alten Teile. Für Veterane etwas ungewohnt: man spielt aus der Ich-Perspektive und auch das Gameplay hat sich leicht verändert. Wir machen nämlich ziemlich schnell im Laufe der Kampagne Bekanntschaft mit der blutrünstigen Familie Baker. In den nächsten 12 Stunden ist die größte Gefahr daher nicht eine Horde Zombies, sondern das Familienoberhaupt - „Daddy“. Resident Evil 7 ist eines dieser Spiele, in denen es nicht sehr viele Begegnungen oder gar Kämpfe mit Feinden gibt. Stattdessen schleichen wir so leise und vorsichtig wie möglich durch die Gänge des Anwesens, suchen in Schränken, Truhen und sonstigen Verstecken nach hilfreichen Gegenständen und hoffen, dass uns niemand in den Rücken fällt oder anderweitig überrascht. Das ist meist extrem spannend - aber nicht immer.
In vielen Situationen warnen Geräusche oder eine Veränderung der Musik vor einer herannahenden Gefahr. Grundsätzlich können wir das Haus (inklusive Keller) frei erkunden. Trotzdem gibt uns das Spiel einen recht linearen Weg vor. Gelegentliche Kämpfe mit Axt oder Feuerwaffe sorgen für etwas Action. Außerdem müssen wir Gegenstände suchen und sie im simplen, aber völlig ausreichenden Inventar kombinieren, etwa um an Gegenstände zu gelangen, mit denen eine blockierte Tür überwunden werden kann. Die Such- und Rätseleinlagen sind gelungen und zu keinem Zeitpunkt zu schwer. Spiel mich ab!
Ein kleines Highlight in Resident Evil 7 sind die interaktiven Videosequenzen. Diese werden gestartet, indem man im Spiel gefundene Kassetten in einen VHS-Rekorder schiebt. Dann schauen wir aber keinen Film, sondern spielen - leicht verzerrt und mit Grisselgrafik - die Ereignisse aus dem Video nach. Wenn wir dort sterben, machen wir wie im sonstigen Spiel am letzten Speicherpunkt weiter. Diese Checkpoints sind sehr gut und fair gesetzt. Zusätzlich können wir in Saverooms auch manuell den jeweiligen Stand absichern. VR und Technik
Mit Resident Evil 7 liefert Capcom das erste, richtig lange VR-Spiel ab. Knapp 14 Stunden, also zwei Stunden länger als ohne VR-Brille, ist man mit dem virtuellen Horror beschäftigt. Und was sollen wir sagen? Das Spiel macht verdammt viel Spaß und hat für etliche Schrecker sowie Lacher innerhalb der Redaktion gesorgt. Neben PlayStation VR werden übrigens derzeit keine weiteren Headsets wie etwa Oculus Rift oder HTC Vive unterstützt. Erst in 12 Monaten soll eine Unterstützung folgen. Einen Multiplayermodus gibt es nicht.
Technisch setzt das Entwicklerteam auf eine neue Engine, die in erster Linie massig Details und hübsche Lichteffekte auf den Monitor zaubert. Nur gelegentliche Grafikfehler und leicht altbackene Animationen trüben den positiven Gesamteindruck etwas. Die Steuerung mit Maus und Tastatur funktioniert einwandfrei. Die deutsche Sprachausgabe ist gut aber leider nur selten lippensynchron.
Unser Testvideo zu Resident Evil 7

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