Besser als Dark Souls 3?

Direkt zu Jahresbeginn melden sich die Macher von Ninja Gaiden mit einem neuen Meisterwerk auf der heimischen Konsole zurück. Ihr neuer Titel verbirgt sich hinter dem mysteriösen Titel Nioh und ist exklusiv für die PlayStation 4 erhältlich. Außerdem zählt Nioh zu einem der am meisten gehypten Spiele der ersten Jahreshälfte. Warum wir denken, dass Nioh dem Hype gerecht wird und Samuraischwerter einfach der Hammer sind erfahrt ihr hier, in unserem Review!
Mitten im feudalen Krieg
Wir befinden uns im Tower of London, Kellergefängnis, es ist Nacht. Draußen tobt ein Krieg zwischen England und Spanien. Um den Krieg zu gewinnen greifen die Engländer auf Amrita zurück – „Wundersteine“, die der Geschichte nach Macht und Stärke verleihen. Um diese Steine zu finden heuern sie Piraten an die aber inhaftiert werden sobald sie ihre Lieferung gebracht haben, vom Einsatz der Steine soll nämlich niemand erfahren. Deshalb befinden wir uns hier, in diesem Loch. Vor unserer Zelle marschiert eine Wache auf und ab, in der Hand hält er lediglich eine Kerze die etwas Licht spendet. Durch ein vergittertes Fenster weit oben hören wir einen Sturm wehen, während regelmäßig Blitze das feuchte Mauerwerk erhellen. Wir schaffen es aus unserer Zelle - die Wache, die ihre Runden dreht merkt uns aber sofort. In unserer zerfetzten Hose machen wir uns Kampfbereit und stellen uns dem Feind. Wir kämpfen uns immer weiter nach oben, tragen mittlerweile eine komplette Rüstung die wir unseren besiegten Gegnern abgenommen haben. Ganz oben, an der Spitze des Turms treffen wir schließlich auf den Henker – auch er fällt uns zum Opfer, wird aber von einem Mann der uns plötzlich gegenübersteht mit der Hilfe von Amrita wiederbelebt. Vom einstigen Körper des Henkers ist allerdings nicht mehr viel übrig, vielmehr stehen wir einem Dämon gegenüber: größer, schneller, stärker - seinesgleichen nennen sich Yokai, aggressive Kreaturen mit monströsen Körpern. Wir können ihn besiegen, stürzen aber vom Turm und finden uns in der nächsten Sequenz an Bord eines Schiffes wider, das sich kurz vor der Küste Kuroshimas befindet. In der Hand halten wir die Memoiren eines verstorbenen Seemanns der auf Zipangu war, einem Land voll goldener Paläste, funkelnder Diamanten, vielfältiger Rüstungen und starker Waffen. Außerdem nutzten die Krieger auf Zipanga „Wundersteine“ – ob dieser Ort der Ursprung der Dunkelheit sein kann? Wenn Ninja Gaiden und Dark Souls ein Kind hätten...
...dann würde es wohl Nioh heißen. Wir schlüpfen in die Rolle von William, ein westlichen Krieger der im Umgang mit fünf verschiedenen Nahkampfwaffen geübt ist. Darunter finden wir das klassische Katana, die Doppel-Katana, den Speer, die Axt oder das Kusarigama – eine Waffe die aus einer Sichel und einer Kette mit einem Gewicht besteht. Diese 5 Typen unterscheiden sich im Spielstil gewaltig voneinander. Während ihr mit dem Kusarigama schnell Flächenschaden mit großer Reichweite erteilt, könnt ihr mit der Axt langsame, dafür dementsprechend starke Treffer austeilen. Eine Mischung aus den beiden bildet wiederum das Katana, das etwas stärker ist als das Doppel-Katana, dafür aber auch etwas langsamer. Außerdem steht euch zu jedem Waffentyp ein kompletter Upgradebaum parat durch den ihr nach und nach neue Skills freischalten könnt. Überlegt euch die Wahl eurer Waffen gut, denn ihr müsst verdammt schnell lernen damit umzugehen. In der Regel steht ihr nämlich nach rund 2 ungeblockten Treffern nicht mehr auf – und die steckt ihr besonders zu Beginn des Spiels sehr schnell ein. Habt ihr den Dreh aber erst einmal raus sind Standardgegner kein Problem mehr. Ihr lernt deren Angriffen zu parieren und mit der Zeit gekonnt um sie zu tänzeln. Im Gegensatz zu Dead Souls, mit dem Nioh gern verglichen wird, ist es nicht euer Ziel Gegnern so gut wie möglich auszuweichen oder euch um sie herumzuschleichen, sondern viel mehr strategisch klug zu kämpfen, unnötig gefährlichen Passagen aus dem Weg zu gehen und euch nicht selbst in unkontrollierbare, unbedachte Situationen zu begeben. Williams KI, die benötigt wird um gegnerischen Angriffen zu parieren, ist nämlich stark begrenzt und leert sich in Kämpfen mit mehr als einem Gegner in der Regel relativ schnell. Sterbt ihr im Kampf so startet ihr vom letzten Speicherpunkt aus neu - gepeichert werden kann allerdings ausschließlich an Schreinen und die finden sich natürlich nicht an jeder Ecke im Spiel. Der wohl wesentlichste Bestandteil aus Team Ninja neuestem Meisterwerk, das Kampfsystem, kann auf voller Länge überzeugen! Neben der gelungenen Auswahl an Waffen stehen euch in Kämpfen drei verschiedene Haltungen zur Verfügung die durchgehend gewechselt werden können und eure Angriffskraft erhöhen, eure Verteidigung stärken oder das Ausweichen vereinfachen. Außerdem könnt ihr mit eurem Schutzgeist einen Spezialangriff durchführen, bei dem ihr für kurze Zeit unverwundbar werdet und massiven Schaden austeilt. Als als wäre das noch nicht genug legt euch das Entwicklerteam außerdem eine Reihe an Fernkampfwaffen oben drauf. Unterschieden wird dabei zwischen Gewehr, Bogen und verschiedenen Munitionstypen. Auch an der Rüstungsauswahl wurde bei Nioh nicht gespart - immer wieder findet ihr neue Rüstungsteile um William zu verstärken und euch das Leben ein Stück einfacher zu machen. Dabei müsst ihr allerdings das Gewicht eures Equipments im Auge behalten um nicht zu viel an Agilität einzubüßen. Die Stats der Agilität oder eurer Lebensanzeige könnt ihr aber ganz einfach beeinflussen, denn William steigt im Level, je mehr Amrita er sammelt - und jedes Level-Up gibt euch die Möglichkeit Statuspunkte zu verteilen. Team Ninja hat merklich jedes Detail durchdacht und passend in das Spiel integriert was einen sensationell ausbalancierten und komplexen Gesamteindruck hinterlässt. Durch die Vielzahl an Anpassungs- und Individualisierungsmöglichkeiten gekoppelt mit einer eingängigen und direkten Steuerung besitzen noch mehr Tiefe als die Souls-Reihe und lassen kaum Wünsche offen.
PS4 Pro FTW.
Auch grafisch kann das düstere Asiasetting überzeugen. Die verschiedenen Schauplätze des Spiels sind sichtlich bis ins kleinste Detail arrangiert und setzen das Japan des 16ten Jahrhunderts glaubhaft in Szene. Dabei spielen auch die gelungene Physik und die wunderschönen Lichteffekte eine ausschlaggebende Rolle. Egal ob wir einen schmalen Pfad entlanglaufen oder auf den Treppen eines brennenden Tempels einem glühenden Dämon gegenüberstehen, die visuelle Darstellung der Umgebung sorgt für eine gelungene Atmosphäre. Leider wirken aber die Texturen oft zweidimensional, was bei Nioh allerdings nicht besonders ins Gewicht fällt. Warum? Weil das Spiel überwiegend so dunkel ist, dass es euch nur auffällt, wenn ihr explizit darauf achtet. Was uns im Test besonders gut gefallen hat, ist die Inszenierung der Charaktere und Gegner. Abgesehen von den überdimensionalen Kreaturen gegen die ihr kämpft, sieht William in jeder Rüstung wie ein massiver Berserker aus, der sich jedem noch so mächtigen Dämon stellen kann, und das ist einfach ziemlich geil! Wenn ihr euch zu den glücklichen Besitzern einer PS4 Pro zählen dürft, hat Nioh sogar ein kleines grafisches Extra in petto. Ihr könnt nämlich zwischen den grafischen Modi „Filmmodus“ (verbessertes Antialiasing; 30fps) und „Actionmodus“ (60fps) wählen. Multiplayer
Niohs Multiplayermodus besteht aus zwei wesentlichen Teilen. Zum einen wird euch die Möglichkeit geboten andere Spieler an Schreinen zu beschwören und damit im online Co-Op-Modus durch die Welt zu ziehen, zum anderen gibt es eine PvP-Modus in dem ihr euch direkt an andren Spielern messen könnt. Der Player-versus-Player Modus wird allerdings erst nach dem offiziellen Launch des Spiels am 07. Februar implementiert werden. Zusatzkosten wird dieses Feature aber nicht verursachen wie Nioh Gamedirector Fumihiko Yasuda berichtete. Leider können wir aber auch zum online Co-Op momentan noch nicht viel sagen, da in der Pre-Releasephase jeder Versuch ein Multiplayerspiel zu starten erfolglos blieb. Wer von euch aber schon Hand an einen Dark Souls Titel gelegt hat darf davon ausgehen, dass sich die Multiplayermodi aus Nioh nur im Detail von jenen aus Souls unterscheiden.

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