Comic vs. Videospiel

Schon seit 1996 treffen in „Marvel vs. Capcom“ die bekanntesten Superhelden aus dem Marvel-Universum auf die Créme de la Créme der Capcom-Videospiele. Der letzte Schlagabtausch ist zwar schon sechs Jahre her, kann aber nach wie vor die Prügelspiel-Community begeistern. Ob das neue Marvel vs. Capcom Infinite ein würdiger Nachfolger geworden ist?
Ein wilder Mix
In Marvel vs. Capcom Infinite stehen insgesamt 30 Kämpfer zur Auswahl - 15 aus jedem Universum. Mit von der Partie ist Frank West aus „Dead Rising“, Ryu aus „Street Fighter“, Mega-Man, Hulk, Thor, Captain Amercia, Nemesis aus „Resident Evil“ uvm. Spaß machen vor allem die obligatorischen Special Moves und Waffen, die jeder Charakter mitbringt, etwa wenn Nemesis seinem Gegner mit einer Panzerfaust ins Gesicht ballert oder Frank West mit einem Einkaufswagen zum Angriff bläst. Kenner der Serie wird sofort auffallen, dass Entwickler Capcom das Kampfsystem vereinfacht hat. Da sind etwa die Tag-Teams, hier wechselt man während der Fights zwischen zwei gewählten Figuren per Tastendruck. Das geht blitzschnell und fast jederzeit und macht tierisch Laune, immer wieder die Kämpfer zu tauschen. Außerdem ruft es bei der Figurenauswahl experimentierfreudige Zocker auf den Plan, denn die dürfen sich ihre Kämpferpaare nun wild zusammenmixen und können die Charaktere auch sinnvoll und uneingeschränkt einsetzen. Außerdem gehen nun Kombos und Attacken deutlich leichter von der Hand - aufwändige Kombinationen müssen nicht gelernt werden. Allerdings, und das wird Profis freuen, gibt es auch ein paar Special-Moves, die exaktes Timing erfordern, etwa das Ausbrechen aus ellenlangen Kombos. Wirkliche Tiefe bringt das Kampfsystem dennoch nicht mit sich. Und: Leider ging die neue Ausrichtung des Kampfsystems offenbar zu Lasten der Kollisionsabfrage. Die Charaktermodelle korrespondieren nicht immer mit ihren Hitboxen, und gerade Mid-Strength-Moves sind bei vielen Kämpfern schwer einzuschätzen.

Kommentar schreiben