Brutalität und Rassismus

2002 veröffentlichte das tschechische Entwicklerteam Illusion Softworks den ersten Mafia-Teil. Der direkte GTA-Konkurrent überzeugte durch eine fantastische Spielwelt und spannende Handlung. Auch die Technik konnte für die damalige Zeit überzeugen. 2007 folgte der weniger gute Nachfolger. Nach einer längeren Pause gibt es nun seit Anfang Oktober 2016 den dritten Teil, der eine radikale Setting-Änderung erhalten hat. Mehr dazu in unserem ausführlichen Review!
Rassismus und Krieg
Mafia 3 spielt in den 70er-Jahren in der fiktiven Stadt New Bordeaux, die aber der realen Stadt New Orleans nachempfunden ist. Wir schlüpfen in die dunkelhäutige Polygonhaut von Vietnamveteranen Lincoln Clay, der durch zahlreiche italienische und irische Gangster geprägt wurde. Die ersten paar Stunden der stellenweise fast wie ein Dokumentarfilm mit Ingame-Szenen und historischen Filmaufnahmen erzählten Story verlaufen weitgehend linear. Wir lernen die grundlegenden Spielelemente (Fahrzeuge steuern, Kampf-Steuerung, Stealth-Kills) kennen und erfahren mehr über die Hintergrundgeschichte von Lincoln. Nach knapp 90 Minuten kommt es zu einem einschneidenden Ereignis - und ab diesem Zeitpunkt sind Lincolns und unser Ziel klar: Wir wollen die oberen Mafiabosse ausschalten und New Bordeaux übernehmen. In der ersten Storymission müssen unseren „Heimatbezirk“ Delray Hollow übernehmen. Damit wir aber den Obermacker zu Gesicht bekommen, müssen wir zuerst für ordentlich Unruhe im Geschäftsbetrieb sorgen. Heißt in diesem Fall: Prostituierte befreien, Wachen abknallen und Zuhälter erledigen. Danach geht es in ein Bordell, wo wir den Boss ausschalten. Ab sofort gehört der Bezirk uns, und wir lassen im Stripclub im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen tanzen - aber immerhin wohl weniger ausbeuterisch.
Nach diesem Muster übernehmen wir nach und nach die Macht in neun anderen Bezirken, wobei es dabei um andere Verbrechen geht, etwa Waffenschmuggel oder Drogen. Für die Verwaltung der Stadtviertel setzen wir auf drei Kollegen: die Haitianerin Cassandra, dem Iren Burke und einem gewissen Vito Scaletta - der bereits aus Mafia 2 bekannt ist. Bei diesem Teil des Spiels geht es vor allem darum, keinen der drei zu sehr zu bevorzugen oder zu benachteiligen, was zu Streit und zu Konsequenzen in der Haupthandlung führen kann. Praktischerweise können wir uns gleich mehrere Bezirke gleichzeitg vornehmen. Die komplette Story-Kampagne nimmt ungefähr 15 bis 17 Stunden in Anspruch. Abseits der Handlung, die immer wieder durch stimmige Zwischensequenzen aufgelockert wird, gibt es auch zahlreiche Nebenmissionen. Diese bringen in erster Linie Geld, welches wir in neue Waffen und Upgrades (Charakter und Waffen) investieren können. Viele der Upgrades sind aber nicht nötig, da die gegnerische KI nicht gerade clever ist.
Spielwelt
New Bordeaux ist eine riesige Stadt, die aus heruntergekommenen Vierteln, edlen Randbezirken, schönen Stadtparks und ein paar Highways besteht. Die Metropole ist meist schön in Szene gesetzt, kann aber nicht ganz mit Los Santos aus GTA 5 mithalten. Vor allem die detailarmen Randgebiete trüben den positiven Eindruck sehr. Natürlich gibt es auch zahlreiche Fahrzeuge in Mafia 3, die wir in bester GTA-Manier stehlen können. Mit von der Partie sind richtig „fette“ 70er-Jahre-Karossen und wendigere Sportflitzer. Schade bloß, dass sich die verschiedenen Vehikel arg arcadelastig steuern. Kein Vergleich zu Mafia 1. Generell ist die Steuerung nur mit dem Gamepad ertragbar. PC-Zocker sollten daher auf Maus und Tastatur verzichten.
Auf einen Multiplayer-Part haben die Entwickler von Hangar 13 verzichtet.
Technik
Bereits vor dem Launch von Mafia 3 gab es einen regelrechten Shitstorm innerhalb der PC-Community, da der Titel eine 30-FPS-Begrenzung hatte. Diese wurde aber mittlerweile per Patch 1.01 entfernt. Die hauseigene Engine überzeugt trotzdem nur bedingt. Auf der Pro-Seite stehen die flüssigen Animationen und hübschen Effekte. Auch die zahlreichen Zwischensequenzen wissen zu gefallen. Dem gegenüber stehen aber ein hoher Hardwarehunger (vor allem bei der Grafikkarte), aufploppende Objekte, eine weniger überzeugende Kantenglättung (alles wirkt etwas unscharf) sowie zahlreiche Matchtexturen und Clippingfehler. Kurz gesagt: Mafia 3 ist nicht gerade eine Augenweide. Im akustischen Bereich sieht es deutlich besser aus. Hier wird man mit einer sehr guten Synchronisation und passenden 70er-Tracks verwöhnt.
Mehr zur Technik in unserem Testvideo und in den PC-Benchmarks.
Unser Testvideo zu Mafia 3

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