Alles beim Alten

Fast fünf Jahre mussten Gears-of-War-Fans auf den vierten Teil der Serie warten. Hat sich die lange Wartezeit auch gelohnt?
Neue Helden und Feinde
Gears of War 4 spielt 25 Jahre nach den Geschehnissen von GoW 3. Die brutalen Locust sind besiegt und Serienheld Marcus Fenix genießt seinen Ruhestand. Ist das Böse nun endgültig vernichtet? Natürlich nicht! Passend zur neuen Bedrohung gibt es auch einen neuen Helden: JD, den Sohn von Marcus. Doch bevor wir in die Polygonhaut von JD schlüpfen, erleben wir im Tutorial noch einmal die Schlüsselmomente aus den ersten drei Teilen. Knapp 30 Minuten später startet dann aber die richtige Kampagne von GoW 4, die mit einem Raubüberfall und Schießeinlagen gegen Roboter startet. Ja, richtig gelesen: Roboter. Das ist für ein Gears-Spiel sehr ungewöhnlich und fühlt sich entsprechend fremd an. Doch keine Sorge: ab Stunde Drei der knapp achstündigen Singleplayer-Kampagne treffen wir auf eine fiese Alienrasse namens „Swarm“, die frappierend an die Locust aus den Vorgängern erinnern. Mehr von der Story wollen wir an dieser Stelle nicht verraten.
Bekanntes Gameplay
Fans der Serie können beruhigt aufatmen: Gears of War 4 bietet das gewohnte Gears-Gameplay. Heißt im Klartext: Wir spielen aus einer nahen Schulterperspektive, gehen laufend in Deckung und können maximal zwei Hauptwaffen tragen. Die meiste Zeit über wird man von drei KI-Kollegen begeleitet - es gibt natürlich auch einen Koop-Modus (Online/Lokal). Neben bekannten Waffen wie dem Scharfschützengewehr und natürlich dem serientypischen Lancer samt Kettensäge gibt es auch einige neue. Da wäre zum Beispiel die Overkill-Shotgun, die bei jedem Abdrücken gleich zweimal in Folge schießt, oder die Buzzsaw, die einzelne Sägeblätter abfeuert. Die Entwickler haben dem neusten Gear-Ableger aber auch ein paar, kleinere Neuerungen spendiert. Da wäre zum Beispiel die zerstörbare Deckungsumgebung. Man sollte daher nicht hinter einer Holztür Schutz suchen. Eine weitere spielerische Neuerung ist der Fabrikator, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn es darum geht, eine bestimmte Stellung zu verteidigen. In diesen Spielabschnitten mutiert GoW 4 zu einem Tower-Defense-Spiel. Mit dem Fabrikator kann man sich diverse Verteidigungsanlagen kaufen, um sie dann strategisch auf der Karte zu platzieren, bevor die nächste Gegnerwelle beginnt. Ein nettes Gameplay-Feature - aber auch nicht mehr. Deutlich besser haben uns die Bosskämpfe gefallen, die tatsächlich sehr fordernd sind.
Technik
Gears of War 4 nutzt bereits die neue Unreal Engine 4. Leider wurde der neue Grafikmotor nicht ausgereizt, was man vor allem an den eher mittelmäßigen Texturen merkt. Im direkten Vergleich mit einem The Witcher 3 oder Rise of the Tomb Raider zieht GoW 4 technisch gesehen den Kürzeren. Immerhin: die Wettereffekte (Sturm, Regen) sehen fantastisch aus. Ansonsten kann die Präsentation des Spiels überzeugen. Die Zwischensequenzen sehen sehr schick aus, auch wenn die In-Game-Zwischensequenzen den vorgerenderten doch deutlich hinterherhinken. Auch der Sound (Umgebungsgeräusche und Waffensounds) und die deutsche Vertonung können sich hören lassen. Multiplayer
Das Multiplayer-Highlight ist der alte, neue Horde-Modus (Horde 3.0), der für bis zu vier Spieler ausgelegt ist. Bei Bedarf können übrige Slots auch mit Bots aufgefüllt werden. Horde ist seit seiner Erfindung im zweiten Teil der Reihe einer der Lieblingsmodi unter den Gears-Fans. In Horde müssen Welle auf Welle von immer stärkeren Gegnern bezwungen werden. Das erfordert Teamwork und auch Ressourcenmanagement, denn erledigte Gegner hinterlassen Energiewährung, die beim Einsammeln dem Fabrikator des Teams gutgeschrieben werden. Statt die Kohlen schnell und planlos mit billigen Verteidigungsanlagen zu verheizen, sprechen sich erfahrene Spieler ab, was als Nächstes auf dem Einkaufszettel stehen sollte.
Erfolgreiche Horde-Matches werden mit Erfahrungspunkten belohnt, die den Multiplayer-Charakter im Level aufsteigen lassen. Zudem gibt es Prämien in Form von Credits, die man benötigt, um Karten freizuschalten, und neue Spielermodelle, Waffenskins oder Bonus-Mutatoren bescheren. Credits lassen sich auch gegen Echtgeld kaufen.
Play anywhere
Gears of War 4 gehört zu Microsofts Play-anywhere-Programm, man bekommt also zum Kauf der digitalen Xbox-One-Version kostenlos die Windows-Umsetzung dazu - und umgekehrt. Die PC-Fassung wird direkt aus dem Windows-Store herunterladen. In die Cloud geladene Spielstände sind mit beiden Versionen kompatibel.
Testvideo und PC-Tech-Check

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