Es wird langsam besser

Ihr alle kennt Flatout – zumindest, wenn ihr mittlerweile die Pflichtschule abgeschlossen habt. Flatout war großartig, als ich jung war und Christoph liebt die Serie. Zumindest hat er sie geliebt, bis es zum Flatout 3 Debakel kam. Jetzt ist Flatout also wieder da und hat sogar ein neues Studio und einen neuen Publisher mitgebracht. Die Redaktion deckt hierbei sämtliche Emotionen ab, von Vorfreude, über Skepsis, bis hin zu Schadenfreude. Also? Reißt Flatout 4: Total Insanity uns vom Hocker? Racingspaß!
Tatsächlich muss man gestehen, dass es ja schon Spaß macht, zu klassischem Punk – ich nenn es nun klassischen Punk – über Strecken zu brettern, die vermutlich weniger Strecke, als eher Industriegebiet, Trampelpfad oder Wüste sind. Gleichzeitig ist der Karrieremodus auch so umfangreich, dass einem ja zumindest genügend Abwechslung geboten wird. Verschiedene Strecken, verschiedene Rennen und dann auch noch verschiedenen Modi. Das macht Bock und ist angenehm, die Musik tut bei all dem ihr Übriges. Zusätzlich dazu gibt es dann auch noch den Flatout Modus, den die alten Hasen ja gleich doppelt lieben. Minispiele in rauer Menge und mit krudem Humor. Von Deathraces über alle Arten von „Wirf Dinge um“-Spiele, bei denen wir unseren Fahrer aus dem Auto katapultieren, sorgen hier für frischen Wind. Das klingt soweit ja auch gut genug, um es eigentlich als Lob zu sehen, wären da nun nicht die Kritikpunkte.
Aber!
Wo die Strecken eigentlich fein aufgebaut sind und Spaß machen sollten, ist es vor allem das Fahrverhalten, das uns übel aufstößt. Wie soll Rennspaß in einem Spiel aufkommen, in dem es mehr oder minder darum geht, die anderen Fahrzeuge von der Strecke zu drängen, wenn unser Auto selbst bei jedem Hubbel auf dem Dach landet und jede engere Kurve bloß mit Müh und Not und starker Verzögerung nehmen kann? Ja, die Autos fahren sich unterschiedlich, keine Sorge, aber die Variation geht hierbei eher von Stein mit Räder bis Seifenkistenrennen, als von Streetcar bis Racer. Selten, und das schreibt Jemand, der große Teile seines Lebens auf Kongregate verbracht und Flashspiele gespielt hat, haben sich Fahrzeuge so träge und zäh angefühlt wie hier, während sie trotz der gefühlten Schwere, immer noch beim ersten Anzeichen eines Hindernisses durch die Luft geflogen sind oder wild schleudernd umhergedonnert sind. Versteht mich nicht falsch, wenn man sich daran gewöhnt, gewinnt man auch so seine Rennen, keine Frage. Aber das liegt in der Natur des Menschen, man gewöhnt sich grundsätzlich an alles. Von Arbeitsbedingungen, über das langsame, qualvolle Sterben der eigenen Träume, Wünsche und Hoffnungen, bis hin zur Fahrphysik in einem Rennspiel aus der eigenen Kindheit. Hinzu kommt, und das klingt nun genauso grausam wie das davor, dass die Minispiele enorm an Schwung verloren haben. Früher war es noch witzig, mit dem Fahrer eine Bauklotzburg umzuwerfen. Heute ist es eines von über 40 eher mittelmäßig spaßigen Spielen, die zum Teil sogar undeutlich erklärt werden und X Anläufe brauchen, ehe man den Kern überhaupt versteht. Erwähnenswert ist wohl noch, dass die Gegner, wie in den guten, alten Rennspielen eben üblich, immer an eurem Heck hängen. Ihr könnt sie abhängen, ihr könnt perfekt fahren, aber macht einen Fehler und sie haben euch direkt wieder eingeholt. Hah!

1 Kommentar

JragH reH rkark um 05.04.2017 - 15:29

FlatOut 4!

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