Langsamer & Realistischer

Letztes Jahr blieb die große Revolution in FIFA aus. Immerhin: PC-Zocker durften sich -endlich- über die hübschere Frostbite-Engine freuen und der Story-Modus „The Journey“ sorgte für frischen Wind. Dieses Jahr hat EA einige Änderungen für FIFA parat. Stellt sich bloß die Frage: Können diese auch überzeugen?
Mal schön langsam
Neue Spielmodi sucht man in FIFA 18 vergebens, dafür haben die Entwickler ordentlich an der Realismusschraube gedreht. Das Spieltempo wurde im Vergleich zum Vorgänger stark reduziert. Sämtliche Spieler auf dem Feld bewegen sich nun schwerfälliger und realistischer. Zeitgleich hat man aber auch das Gefühl, noch mehr Kontrolle über das Team zu haben. Ähnlich wie in PES 2018 funktionieren Richtungswechsel nicht mehr so flott, Pässe in den Rücken werden nicht mehr so leicht angenommen und nach einer verpatzten Grätsche stehen die Verteidiger nicht mehr so schnell auf wie früher. Gleichzeitig haben Superstars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi mit ihren starken Spielerwerten in Sprinten und Dribbling deutlichere Vorteile gegenüber schwächeren Gegnern. Diese Änderung fällt vor allem in der Verteidigung auf. Bullige Spieler haben nun noch weniger Chancen gegen einen flotten Stürmer. Eine weitere Verbesserung betrifft die KI. Diese hat in sämtlichen Bereichen (Tormann, Verteidigung, Mittelfeld und Sturm) ordentlich zugelegt. Was aber leider nach wie vor zu stark ist in FIFA: Fernschüsse. Torschüsse über eine Distanz von über 20 Metern sind keine Seltenheit in der EA Fußballsimulation.
Das volle Lizenz- und Modipaket
In einem Punkt ist und bleibt FIFA einfach der König: bei den Lizenzen. FIFA 18 punktet mit 700 Mannschaften aus mehr als 30 Ligen. Zur Freude vieler deutscher Fans ist dieses Jahr auch erstmals die komplette 3. Liga und der DFB-Pokal spielbar. Ebenfalls am Start: die zweite Saison des Storymodus „The Journey“. Erneut schlüpft man in die Rolle des jungen Engländers Alex Hunter, der diesmal nicht nur in der Premier League, sondern auf der ganzen Welt zum Superstar werden möchte. Natürlich ist auch wieder das umfangreiche Dialogsystem verfügbar. Aber: Spielerisch hat sich in The Journey abgesehen von optionalen Mehrspielermodus nicht viel getan. Dafür überzeugt der Modus aber mit netten Kleinigkeiten: So kann man nun die Frisur, Klamotten und Tätowierungen von Alex Hunter festlegen und sogar eine Runde FIFA Street spielen. Den Karrieremodus gibt es natürlich auch wieder. Hier übernimmt man die Rolle eines Cheftrainers und führt einen beliebigen Verein zum Erfolg. Eine Änderung betreffen die Transfers: In kurzen Zwischensequenzen streitet man in Live-Verhandlungen mit Managern und Spielern über Ablösesummen und Gehälter.
Last but not least ist auch der wohl wichtigste Spielmodus der Serie dabei: FIFA Ultimate Team (kurz FUT). Hier stellt man mit Hilfe von Sammelkarten eine Mannschaft zusammen und tritt in Online-Matches gegen andere Spieler an. Endlich auch auf PC und PS4 spielbar sind nun die FUT-Ikonen, das sind goldene Spezial-Karten von legendären Spielern wie Diego Maradona oder Pelé, die bis FIFA 17 noch als FUT-Legenden bekannt und Xbox-exklusiv waren. Ein Problem gibt es aber nach wie vor: der Modus schreit förmlich nach Pay2Win, da man FUT-Kartenpakete auch mittels Echtgeld erwerben kann. Tolle Technik
In puncto Optik und Technik zeigt sich FIFA 18 von seiner besten Seite. Fans bekommen neue Gesänge, verschiedene Lichtfilter für die 80 Stadien, abwechslungsreichere Zuschauermodelle und Jubelanimationen geboten. Natürlich wissen auch die zahlreichen Charaktermodelle und Animationen zu gefallen. Besonders schön: Weltstars wie zum Beispiel Cristiano Ronaldo haben mittels „Motion-Technology-System“ eigene Animationen bekommen. Außerdem läuft die PC-Version technisch einwandfrei. In Online-Matches konnten wir keine Lags oder Verbindungsabbrüche vermerken. Auch das Matchmaking funktioniert tadellos.

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