Noch immer unterhaltsam?

Dragon Ball Super umfasst mittlerweile 64 Folgen, kein Wunder also, dass auch die Dragon Ball Spiele weiterhin auf den Markt geworfen werden. Wieder einmal springen wir durch die Zeit und bügeln die Fehler anderer aus, wieviel sich allerdings im Vergleich zum Vorgänger getan hat und ob Dragon Ball Xenoverse 2 alles richtig macht, was damals schief lief, das erfahrt ihr im Test!
Toki Toki?
Springen wir also gleich in die Action. Wieder einmal wird die Zeitlinie verändert und die Welt nimmt komische Formen an. Cell hat doch gar nicht beide Androiden gleichzeitig absorbiert – und was ist das? Ein maskierter, seltsamer Kerl stellt sich Vegeta während seines Kampfes gegen Goku in den Weg? Ihr hört richtig. Genauso wie auch im Vorgänger, prügeln wir uns auch diesmal wieder, storymäßig, durch die komplette Z-Serie und kratzen auch in dem Teil wieder bloß an der Oberfläche von Super. Heißt was? Heißt, dass wir in den Freeza-Arc kommen, aber nichts vom God of Destruction – Tournament mitbekommen oder Black Goku zu sehen bekommen. Also haben wir im Grunde genommen die gleiche Story wie im Vorgängerteil – bloß minimal länger und mit ein paar kleinen Änderungen. Wir kämpfen zwar die selben Kämpfe, aber so ist es eben, das Leben eines Time-Patrollers, immer wieder die selben Ereignisse, bloß jedes Mal ein wenig abgeändert. Damals haben wir nur gegen Freeza gekämpft, heute kämpfen wir gegen Freeza und Mira. Storymäßig sieht es nämlich so aus, dass Mira und Towa wieder da sind und sich nun noch ein paar weitere Ganoven der Dragon Ball Welt als Handlanger angeschafft haben. Ihr versucht nun, zusammen mit Trunks und eurem Charakter aus dem ersten Teil, die Zeit wieder gerade zu rücken und all ihren Schabernak ungeschehen zu machen. Wieso Tokitoki, das Zeithuhn, nun ein Zeitei legen muss und warum aus dem Zeitei die Zeit für ein ganzes Universum schlüpft und was das eigentlich bedeutet, das erfahrt ihr eigentlich nie so richtig. Dumm gelaufen. Cotton City!
Aus Toki Toki Town wurde Cotton City. Warum? Das weiß wohl niemand so genau. Die Stadt ist nun bedeutend größer und dient somit doch als hübscherer Multiplayer-Hub, als das stark instanzierte Dörfchen im Vorgängerteil. Gut, das System damals war damals schon veraltet und überaus störend, jetzt kann man zumindest zwei durch die Stadt fliegen, ohne drei Ladebildschirme ins Gesicht gedrückt zu bekommen. Die wohl wichtigste Änderung sind die Expertenkämpfe, denn jene erlauben es euch, mit fünf weiteren Spielern zusammen, vergleichsweise schwere Herausforderungen zu meistern. Gerne wirft man euch dabei, wie wir damals auf der GC schon berichtet haben, kleine Hürden in den Weg. Ihr werdet in die Schattenwelt gezogen und müsst euren Doppelgänger besiegen, müsst Freunde erst aus dem Stein schlagen oder werdet überhaupt in eine fremde Welt geschleudert und müsst dort erst einen Kampf bestehen. Weiters liefert die Map euch nun fünf kleine Zeitrisse, durch die ihr wichtige Punkte der Welt besuchen und dort Quests abschließen könnt. Die Orte sind Mr.Satans Villa (mit Mr.Satan und den Saiyaman), Gurus Haus(also Namek, wo ihr immer und immer und immer wieder verhindern dürft, dass Freeza die Dragonballs klaut), Capsule Corps(mit Vegeta als Trainingspartner und Bulmas QQBang Maschine), Freezas Schiff(wo ihr euch der Ginyu Force anschließen dürft) und Buus Haus(wo ihr Buu füttert bis er sich aufspaltet um seine Buulinge zu füttern, damit sie euch Items bringen…). Viele weitere, kleinere Änderungen wurden ebenfalls vorgenommen. So hat das damals noch sehr KI-lastige Spiel diesmal einen eindeutigen Nahkampffokus (was klar ist, immerhin waren wir damals Nahkämpfer und sind heute KI-Kämpfer), Verwandlungen gibt es nun für sämtliche Rassen, nicht mehr bloß für Saiyajin. Trainingsmäßig müsst ihr mittlerweile kleine Fortschrittstests machen, um von euren Ausbildern weiter ausgebildet werden. Bisschen wenig, oder?
Tatsächlich ist es aber so, dass das Ganze doch eher wie ein Content-Patch wirkt, als wie ein eigenständiges Spiel. Die meisten Storyquests sind sich recht ähnlich, die Nebenquests sind repetitiv und die Verwandlungen haben uns zumindest nicht unbedingt zugesagt. Als Mensch sitzt ihr auf Gokus Wolke und bekommt seinen Stab, Namekianer werden riesig, Majin haben eine Kid-Form und Freezer bekommen eine Gold-Form. Gut. Zusätzlich zu alledem gibt es spezielle Trainingslevels, in denen ihr Skills und Kombos lernt, der Modus wiederum hat uns echt zugesagt – gleichzeitig waren wir relativ enttäuscht davon, dass wir es wirklich mehrmals geschafft haben, das Spiel hier einfach zu buggen – und das sogar ohne unser zu tun. Denn Krillin hat einfach daneben geschlagen, beide Figuren haben angefangen zu springen und nichts ging mehr weiter. Mehrmals in Folge. Auch so gab es ein paar Abstürze und zwischendurch hat uns die Multiplayer-Lobby dann auch einfach mal wegen Inaktivität gekickt. Mitten im Flug. Nice. Tatsächlich ist es eben einfach so, dass wir etwas enttäuscht von der Hauptstory sind. Egal wie fein das neue Training ist und wie nett die Expertenmissionen sind, wenn man durchgehend das Gefühl hat den Tee vom Vortag neu aufgebrüht zu bekommen, ist das einfach keine gute Basis. Aber der Spaß?
Grundsätzlich ist es aber dennoch so, dass Dragon Ball Xenoverse 2 einfach trotzdem einen heiden Spaß macht. Ob allein oder mit Freunden im Online-Multiplayer (der übrigens bisher wieder recht problemlos läuft. Bei uns zumindest), die Challenges und Missionen sind immer noch nett gemacht und sind weitestgehend auch tatsächlich fordernd. Wir freuen uns ja vor allem über die Animesequenzen zwischendurch, während der Hauptstory, nicht, dass es wirklich viele wären, doch sie sind nett und tragen zur Entspannung bei. Die englische Sprachausgabe ist dabei zwar eine Option, Lippensynchronität ist dann aber schlicht keine mehr vorhanden – also spielt lieber auf Japanisch mit Untertiteln. Dragon Ball Xenoverse 2 ist eben trotzdem, und davon profitiert es, immer noch Dragon Ball. Wir mögen die Figuren, wir mögen die Welt und die absolut überzogenen und vor allem kein Stück gebalancten Superattacken. Kann das Spaß machen? Ohja, und wie.

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