Würdiger Nachfolger?

Eigentlich ist Divinity: Original Sin 2 schon eine ganze Weile da und wir spielen es nun auch schon ein ganzes Weilchen, aber bisher haben wir uns dann doch noch nicht getraut, einen Test dazu zu schreiben. Die Tage des Zögerns sind vorbei. Ist Divinity: Original Sin 2 so gut wie der Vorgänger? Besser? Schlechter? Lest selbst!
Divinity
Zu Beginn unseres Abenteuers wählen wir einen Charakter. Das heißt, wir können ihn selbst zusammenstellen, inklusive Skills, Talenten, Optik und Tags. Tags sind das, auf das Leute reagieren, wenn sie euch sehen oder mit dem ihr argumentiert, wenn ihr quatscht. Alternativ können wir auch einen der vorgegebenen Charaktere wählen. Ein Zwerg auf der Suche nach Rache, ein Untoter, eine Sklavenelfe, ein besessenes Mädchen, einen Assassinen mit Gewissensbissen oder den Red Prince, eine Echse auf der Suche nach … irgendwas. Echsenkram. Das klingt alles recht generisch, aber tatsächlich spielen sich gerade diese vordefinierten Figuren unglaublich gut, weil sie eben zusätzlich zur Hauptquest noch ihre eigene Agenda haben und diese durchziehen müssen. Quasi mehr Dialog, mehr Story, mehr von allem und eigentlich habt ihr keinen Nachteil dadurch, denn den Charakter anpassen, optisch wie von den Fähigkeiten her, könnt ihr dennoch. Die Welt
Man muss eben auch sagen, die Story von Divinity: Original Sin 2 ist gut geschrieben und wird schön erzählt. Im Allgemeinen gibt es relativ wenige RPGs, finden wir zumindest, in denen Dialoge nicht bloß wörtliche Rede beinhalten, sondern auch die Aktionen der Personen, was sie fühlen und sehen können und das ist eigentlich ziemlich cool. Was das angeht hat man sich enorm verbessert, im Vergleich zum Vorgänger. Das mag aber unter anderem daran liegen, dass Divinity: Original Sin damals in erster Linie mit Pillars of Eternity verglichen wurde und das war eben kein Vergleich, den man auf dieser Ebene gewinnen konnte. Die Welt selbst ist gut gefüllt und fühlt sich nachvollziehbar an. Ihr habt an jeder Ecke ein Event, eine Person oder irgendein Erlebnis und es fühlt sich dennoch nie wirklich forciert an. Ehrlich gesagt, ist sogar an manchen Stellen einfach zu viel zutun, denn gerade im Mittelteil des Spiels, werdet ihr mit Sidequests überhäuft und irgendwann steht ihr mit eurem vollen Journal da und seid garnicht mehr so sicher, was jetzt eigentlich Haupt- und was Nebenquest ist, wo ihr jetzt wirklich hingehen sollt, was noch zu gefährlich ist und was euch definitiv umbringt. Das ist zwar schön und gut, denn viele Quests und eine große, gut befüllte Welt sind positive Dinge, wenn die quasi offene Welt aber plötzlich zum Problem, zur Last und zur Bürde wird, dann ist es nicht mehr schön, dann ist es störend. In diesem Falle: nicht sehr, aber doch.

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