Noch besser?

Vor knapp vier Jahren lieferten die Arkane Studios mit Dishonored einen stimmigen Stealth-Actiontitel ab. Im düsteren Dunwall wollte der kaiserliche Schutzherr Corvo Attano seine Unschuld beweisen und die entführte Tochter der ermordeten Kaiserin retten. Der Titel konnte zwar mit zahlreichen Lösungswegen punkten, doch leider blieb der Held arg blass. Genau dieses Manko wurde laut Entwicklerteam im zweiten Teil ausgemerzt. Wir haben das natürlich überprüft!
Neue, alte Spielwelt - neue Heldin
In Dishonored 2 ist man in der neuen Stadt Karnaca unterwegs, die puncto Stimmung locker mit Dunwall aus dem Vorgänger mithalten kann. Auch hier leiden die einfachen Leute – aber durch den sonnigeren Schauplatz wird eine ganz andere Atmosphäre erzeugt. Während die letzte Insel einen viktorianischen Einschlag hatte, liegt Serkonos sehr weit im Süden. Bei der Architektur und dem Flair sind Parallelen zu den Mittelmeerländern auszumachen. Außerdem gibt es keine Teilung der Stadt, wodurch der Kontrast zwischen armer und reicher Bevölkerung weniger offensichtlich zu Tage tritt. Nach einem kurzen Tutorial, welches optional ist, müssen wir uns zwischen den beiden spielbaren Helden entscheiden. Corvo, Held aus Teil 1, plaudert zwar nun deutlich mehr, doch bei den Fähigkeiten ist alles beim Alten geblieben. Entscheidet man sich hingegen für Emily, bekommt man neue Kräfte wie zum Beispiel Domino (das Schicksal mehrerer Gegner verknüpfen) oder Doppelgänger geboten.
Gewohntes Gameplay
Beim Gameplay haben die Jungs und Mädels von Arkane nur Feintuning vorgenommen - gut so! Ähnlich wie in einem Rollenspiel erhalten wir auch in Dishonored 2 per „Questgeber“ unsere Aufträge. Im Journal steht dann ausführlich, was zu tun ist: Meistens geht es darum, eine Zielperson zu finden und sie zu ermorden. Dazu kommen aber meist noch drei oder vier weitere Quests, die mit der Hauptmission in Verbindung stehen. Entwicklerteam Arkane Studios überlässt es dem Spieler selbst, wie er eine Mission erfolgreich abschließt. Variante 1: Still und heimlich das Gebiet erkunden, die Zielperson ausfindig machen und diese - am besten hinterrücks - ermorden. Variante 2: Mittels Pistole, Granaten und Schwert jede Wache abschlachten. Variante 3: Ein Mix aus schleichen und kämpfen. Schön: In vielen Missionen müssen Entscheidungen getroffen werden (zum Beispiel die Zielperson „töten“ oder „am Leben lassen“), die tatsächlich Auswirkungen auf den Verlauf der knapp 16 Stunden langen Kampagne haben. Ebenfalls sehr interessant: In einigen Abschnitten sind die Kräfte von Corvo und Emily „deaktiviert“. In diesen Momenten kommt noch mehr Stealth-Feeling auf. Unverändert: Auch Dishonored 2 verzichtet auf ein Punktesystem, stattdessen sorgen sogenannte Runen für den Ausbau von Fertigkeiten. Mit den Runen können wir Kräfte aktivieren und sie dann in einer Ausbaustufe verbessern.
Verbesserungswürdige Technik
Trotz hauseigener Void-Engine ist Dishonored 2 keine Grafikbombe geworden - vor allem die matschigen Texturen müssten in einem aktuellen Titel nicht sein. Ebenfalls erschreckend: Selbst auf einem High-End-PC (Intel 8-Kern Prozessor, GeForce GTX 1080 Grafikkarte, 32 GB Arbeitsspeicher und SSD) gab es immer wieder heftige Performanceeinbrüche. Immerhin: Der Sound begeistert durch stets passende Geräusche und Musiktracks. Darüber hinaus wissen die deutschen Sprecher zu gefallen.

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