Zurück zum Ursprung

In den letzten Jahren schickte uns die Call-of-Duty-Reihe in die Zukunft - das kam bei der Community nur mäßig gut an. Im neusten CoD-Ableger geht es daher zurück zu den Wurzeln: dem Zweiten Weltkrieg. Call of Duty: WWII bietet wieder eine kurze aber actionreiche Kampagne, einen launigen Zombie-Modus und natürlich einen Multiplayermodus mit Langzeitmotivation-Garantie. Ob das Gesamtpaket überzeugen kann?
Von Frankreich nach Deutschland
Die Kampagne von WWII umfasst elf Missionen (+Epilog) und startet, wie sollte es auch anders sein mit dem Angriff auf die Normandie 1944 (D-Day). Der Angriff auf die bekannte Küstenregion ist schon aus Filmen wie Der Soldat James Ryan und Spielen wie Medal of Honor bekannt. WW2 inszeniert ihn relativ kurz und kompakt mit allen dazugehörenden Schrecken als Auftakt einer Kampagne, die einen von Nordfrankreich über Paris bis an den Rhein führt. In den meisten Missionen ist man als US-Soldat Ronald „Red“ Daniels unterwegs. Natürlich gibt es auch wieder ein paar „wichtige“ Nebenrollen. Da wären zum Beispiel Ronalds‘ Freund Robert Zussman, ein Amerikaner mit osteuropäischen und jüdischen Wurzeln und sein Vorgesetzter William Pierson, der die Stimme und das Aussehen von Schauspieler Josh Duhamel spendiert bekommen hat. Die Kameraden agieren in den Kampfeinsätzen eigenständig. Man kann den GIs nur eine Art von Befehl erteilen: Auf Knopfdruck werfen sie Munition, Granaten oder Medipacks zu - ein automatisches Heilungssystem gibt es in WWII nicht mehr. Leider funktioniert dieses System nicht problemlos, da man oft über das gesamte Schlachtfeld für Nachschub laufen muss. Die meisten Einsätze laufen nach dem typischen CoD-Schema ab: In recht schlauchigen Leveln wird man von Checkpoint zu Checkpoint geschickt und auf dem Weg dorthin müssen zahlreiche deutsche Soldaten ins digitale Gras beißen. Gelegentliche Spezialaufgaben lockern die rund sechs Stunden lange Kampagne auf: In einem französischen Dorf rettet man Zussman von einem Kirchturm aus per Scharfschützengewehr vor anstürmenden Deutschen oder man liefert sich per steuerbaren Jeep ein Wettrennen mit den Deutschen. Am Ende der Kampagne streift WW2 als eines der ersten derartigen Spiele den Holocaust. Die interaktive Sequenz könnte man kritisieren, weil nicht der ganze Schrecken etwa von Konzentrationslagern gezeigt wird. Zombies in Bayern
Mittlerweile ein fester Bestandteil der CoD-Serie ist der Zombiemodus, der natürlich auch in WW2 am Start ist. Alleine oder im Koop mit bis zu drei weiteren Mitspielern kämpft man in einem fiktiven bayerischen Dorf namens Mittelburg auf zwei Karten (The Final Reich, Bauernhaus) in unterschiedlichen Klassen gegen immer neue Horden von Untoten und löst dabei teils einfache Aufgaben. Das Ganze ist sehr düster und längst nicht so ironisch überzeichnet wie in den Vorgängern aufbereitet. Für ein paar launige Abendstunden reicht es aber aus.

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