Maue Weltraumaction

Dass Spacepiraten bereits an und für sich ein unglaublich cooles Genre sind, steht außer Frage. Und dann auch noch als quirrliger Shooter? Genau darum geht es in BATTLECREW Space Pirates von Entwickler und Publisher DONTNOD ELEVEN. Wir haben einen Blick reingeworfen, und sagen euch, wie sich der Early Access Titel spielt.
Pulsgewehre und Elektroklingen
In der Rolle von John Trigger absolvieren wir rasch das Tutorial des Sideshooters. Die Grundlagen sind relativ einfach. Wie gewohnt steuern wir unseren Helden mit WASD, springen mit der Leertaste und aktivieren unsere Bewegungsfähigkeit mit Shift. Der Lauf unserer Waffe folgt den Bewegungen unserer Maus, mit linker Maustaste schießen wir eine Salve aus unserem Pulsgewehr, mit rechts feuern wir eine Rakete ab. Erzielen wir genügend Punkte in einem Match, lösen wir mit F unsere ultimative Fähigkeit aus, im Fall von John Trigger ist das ein Verlangsamungsfeld um uns herum. Neben dem feuerwütigen Piraten stehen uns noch Janger, der auf ein Energieschild und zwei Elektroklingen setzt, Tiburon, ein Wände errichtender, jetpacktragender Haimensch, und Comet, die mit Schallwaffen und Minen durch die Level düst, zur Verfügung. Dass uns bei unseren Fernkampfhelden dabei ein wirklicher Zielpunkt fehlt, fällt uns schon im Tutorial auf. In den ziemlich fixen Matches stört es dann wirklich. Irritierenderweise haben unsere Nahkämpfer eben diese fehlende Zielmarkierung, obwohl sie nur starr zu den Seiten angreifen können. Beute machen!
Vielleicht liegt es daran, dass auch Weltraumpiraten auf glitzernde Edelmetalle stehen; vermutlich ist es aber eher dem Early Access Status geschuldet, dass uns neben den Tutorials nur ein Spielmodus zur Verfügung steht. Gold Rush heißt der, und wie der Name vermuten lässt, dreht sich dabei eben alles um Gold. Während wir uns Feuergefechte mit dem feindlichen Team liefern, plündern wir Schatzkisten, die auf der Karte verteilt sind, oder bedienen uns wahlweise am Topf des Gegners. Unsere Beute tragen wir dann wieder nach Hause und erhöhen damit unsere Teampunktzahl. Ein Modus für Teamdeathmatch ist geplant, ebenso wie mehr Karten, denn momentan stehen uns nur drei Karten zur Verfügung. Dafür gibt es bereits Quests. Während wir spielen, sammeln wir Punkte und arbeiten als Teil der Community daran, neuen Content freizuschalten, haben aber auch Daily Quests. Mit Erfahrung leveln wir unsere Helden auf und schalten so Skins, Emotes und Voice Lines frei. Dennoch merkt man BATTLECREW den Early Access Status deutlich an. Während das Gameplay bereits klar erkennbar ist, fehlt noch die Vielfalt an Karten, Helden und Spielmodi. Was jedoch schwerer wiegt, ist der Spielermangel, unter dem BATTLECREWS leidet. Eigentlich duellieren sich acht Spieler in Gold Rush, in unserem Test waren nie mehr als vier Spieler gleichzeitig in einer Runde. Zwischendurch wurden Multiplayerrunden zu reinen Kämpfen gegen eine bunnyhoppende AI. Auf und ab des Piratenlebens‘
Natürlich ist nicht alles an BATTLECREWS schlecht. Die Kämpfe, die wir hatten, waren eigentlich recht unterhaltsam und rasant. Die Idee ist ja gut! Man braucht eben nur etwas mehr Varietät. Auch der Sound ist recht gelungen, die Musik ist stimmig, und dass die Charaktere ihre Voice Lines mit unterschiedlicher Betonung zum Besten geben, ist eine nette Idee. Dazu sei allerdings gesagt, dass es keine deutsche Version des Titels gibt, weder Text, noch Ton. Die comichaft angehauchte Grafik ist zwar nicht bahnbrechend, rundet den Stil des Spiels aber gut ab. BATTLECREWS hat eben, wie von einem Early Access Titel zu erwarten, noch einiges zu verbessern, angefangen bei den Zielmarkern für die Fernkampfhelden und neue Helden, die weniger wirken, als hätten die Entwickler zu viel League of Legends und Overwatch gespielt (ein raketenfeuernder Schütze mit Pulsgewehr erinnert doch sehr an Soldier: 76 aus Blizzards Egoshooter, Comet wirkt wie eine Mischung von Overwatchs Lucio und dem League of Legends Champion Jinx).

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